Zu des Traumes Insel streichet
Ihre Fahrt, zum stillen Mond,
Den in Sonn und Tränen bleichend
Die unschuldge Schuld bewohnt.
Wo die kleinen Kindlein weinen,
Die der Tod ums Licht betrog;
Auf dem Totenkränzlein scheinen
Morgens ihre Tränen noch.
Ungetaufet sie verweilen
Singend vor des Himmels Tor,
Und die Tränentauf erteilen
Tauend sie dem Blumenflor.
Rosarosa lehrt die Kleinen,
Die auf Erden sie verlor,
Rosadora wird erscheinen,
Führerin in diesem Chor.
Bis die Rosen sind befreiet
Aus ererbter Sünde Not,
Bis zum Kranze sie gereihet
Selig steigen aus dem Tod,
Singet Jungfraun, Kindlein weinet
An dem goldnen Himmelstor,
Bald Maria euch erscheinet
Mit der Engel selgem Chor.
Aber blickend nach der Reinen,
Taucht die Sonne jetzt empor,
Hüllet dann sich, um zu weinen,
In der grauen Wolken Flor.
Und ein dichter Nebelschleier
Über ihres Hauptes Gold
Zu des Tages Totenfeier
Traurend tief herniederrollt.
Wie ein Trauerhaus bekleidet,
Steht umwölkt das Himmelstor;
Sonnenlos, leidtragend schreite
Bleich der junge Tag hervor.
Asche auf die Hügel streuend
Wandelt hin der Göttersohn,
Und Aurora weint bereuend,
Daß er ihrem Schoß entflohn.