Es erkaltet schon die Leiche,
Deren Herz noch blutend quoll,
Und die Wangen schon erbleichen
Und die Lippe rosenvoll.

Und er legt metallne Scheiben
Ihr auf Augen, Brust und Schoß,
Um ihr Blut zurückzutreiben
Durch geheimer Kräfte Stoß.

Nieder reißt er ihre Kleider;
Ach, sie hüllt kein schamhaft Rot!
Doch ihr Leichnam nackt und heiter
Ist geheiligt in dem Tod.

Rosarosens Gurt von Eisen
Schützet Lende ihr und Schoß;
Apo will ihn niederreißen,
Doch er zwinget ihn nicht los.

Und mit allen seinen Feilen
Kann mit Mühe er und Not
Den Bußgürtel nicht zerteilen
Der geheiligt Trotz ihm bot.

Nun zum Keller niedersteiget
Apo, wo am feuchten Ort
Springwurz, die jed Schloß erweichet,
Ruhet, daß sie nicht verdorrt.

Als er wiederkehrt zur Leiche,
Sieht er selbst sich oben schon,
Und er spricht: "Laß deine Streiche,
Moles, was soll dieser Hohn?

Hund, du sollst als Hund erscheinen;
Sieh, du treibst es mir zu toll!
Willst du, daß zu deinen Peinen
Ich die Glocke schlagen soll?

Wo bist du so lang verweilet?" —
"Herr, ich tat, was ich gesollt,
Und bin dann zurückgeeilet.
Drum nicht also schmähen wollt!

Einem Kranken Hilfe reichend,
Dessen Heil uns schwer bedroht,
Gab ich Gift, das zäh und schleichend
Ihn verzweifeln läßt im Tod.