Seit die Augen sie geschlossen,
Die ihm Lust und Leid gespiegelt,
Ist in Tränen er zerflossen,
Und nun ist ihr Quell versiegelt.
Irdisch kann sie nicht mehr scheinen,
Die der Erde zu vereinen;
Irdisch kann er nicht mehr weinen,
Und seinherz will ihm versteinen.
Ja, ein Grab von Marmorfelsen
Haut der Schmerz in seinem Herzen,
Was nicht springen will, muß schmelzen
Von der Glut der Trauerkerzen.
Ist die Halle erst geweitet,
Wird sie ruhen in den Felsen,
Wenn er stillzur Türe schreitet,
Einen Stein davor zu wälzen,
Also schwer und ungeheuer,
Daß kein andrer ihn beweget,
Als Luft, Erde, Wasser, Feuer,
Wenn sie Gottes Zorn erreget.
Und wenn so die Gruft verschlossen,
Wird er auf den Felsen steigen,
Klipp vor Klippe unverdrossen,
Um den Gipfel zu erreichen.
Und da wird der Feind ihm zeigen
Alle weiten Herrlichkeiten,
Wie die Flüsse silbern schleichen,
Wie die Ufer sie begleiten.
Sonnenschein auf Bergesgipfeln,
Dämmerung in grünen Talen,
Sang und Lust in Waldeswipfeln,
Hochgetürmter Städte Prahlen,
Schiffe segelnd, Wolken ziehend,
Schlosses Dach im Abend glühend,
Schatten übers Meer hinfliehend,
Und ein ganzer Frühling blühend.
Alles wird der Feind ihm zeigen;
Doch er wird es nicht verlangen,
Und die Welt wird sich ihm neigen,
Er wird nur am HImmel hangen.