Aber jener ihm entgegnet:
"Ach! es ist das deine nicht!
Dann wär wohl mein Los gesegnet,
Und es das meine nicht.
Blumen konnt ich dir nicht bringen,
Weil sie all wie Rosarose
In dem Feuer untergingen,
Bis auf eine weiße Rose."
Pietro wollte weiter reden,
Doch Melior und Rosablanke,
Welche zum Gemach eintreten,
Werden seiner Rede Schranke.
Und er fühlt sich dumpf ergrimmet,
Wenn er zu Meliore blickt,
Denn in seinem Busen glimmet
Eifersucht, die ihn erstickt.
An der Türe schüchtern weilet
Rosablanka. Zur ihr schreitet
Jacopone: "Jungfrau, eilet,
Daß Ihr mir den Kranz bereitet!" —
"Herr, dies kann gar wohl geschehen,
Ich hab Rosen, rot und wieße,
Und ich kann die Kränze drehen,
Doch fehlt mirs am Myrtenreise!" —
"Keine Myrt in ihre Krone!
Einen jungfräulichen Kranz
Winde ihr!" — sprach Jacopone,
Blickend durch der Tränen Glanz.
Und sie naht der Leiche Füßen,
Aus dem Korbe, den sie trug,
Ihre Rosen auszugießen.
Ach, wie ihr das Herz da schlug!
Sie mit Liebe zu begrüßen,
Fühlt sie einen innern Zug,
Und sie soll doch, um zu büßen,
Folgen ihrem Leichenzug.
Wie sie so die Tote schauet,
Wie sie so die stille fühlet,
Mild ihr Aug von Tränen tauet
Und die heiße Wange kühlet.