Und Apone ihm erwidert:
"Spreche, Konsul, nicht so gröblich;
Rede, die mich hier erniedert,
Ist nicht ziemlich dir und löblich.

Ich bin dir nicht untergeben,
Ich bin kein Vasall des Staates,
Wer kann sich gen mich erheben,
Als der Rektor des Senates?

Und vor allem mußt du wissen,
Daß ich, von des Volkes Menge
Wider Willen fortgerissen,
Hier gekommen ins Gedränge.

Könnt man doch nicht prächtger trauern,
Wär die Republik gestorben,
Die sich in Bolognas Mauern
Wechselfiebernd hat verdorben.

Da ich all die Glocken hörte
Rufen, mit der Zunge Erz,
Gen die Einsamkeit empörte
Sich im Busen mir das Herz.

Und ich glaubte, man bereite
Für Biondetten diese Feier,
Weil sie ausgesagt, sie kleide
Heut sich in den Nonnenschleier.

Und so führte ich hier nieder
Meine Freundin von der Zelle,
Daß sie durch die Macht der Lieder
Euch, was sie beschloß, erhelle.

Doch die Zeit scheint nicht gelegen,
Alles fühlt des Todes Schauer,
Und ich seh auf allen Wegen
Eine übermäßge Trauer.

Zieht die Republik zu Grabe
Hier auf unserm Heereswagen,
Tiefer Leid könnt man nicht tragen,
Als ich hier gesehen habe.

Sterbt, ihr Bologneser Frauen,
Tut euch recht zu leben not,
Denn galanter ist zu schauen
Als das Leben euer Tod.