Und, verzeih, ich muß es sagen;
Also hab ich ihn erzogen
In dem heimlichen Verlangen,
Daß du drinnen mögest wohnen.

Wärst du mit hineingegangen,
Unter bunten Blumenkronen
Eine Königin, empfangen
Hätt ich dich mit dieser Krone!"

Und nun setzt er Rosablanken
Auf das Haupt die Blumenkrone,
Die er in dem Korb bewahret,
Ruhend auf den Früchten oben.

Und die Jungfrau in Gedanken
Gehet mit bekränzten Locken
Ihm zur Seite durch den Abend,
Gleichend einer stummen Flore.

Pietro aber spricht: "Dein Vater
Könnte dann bei uns auch wohnen,
Und er wäre nie verlassen,
Eines blieb ihm stets zum Troste.

Und an manchem schönen Abend
Kömmt mein Bruder Jacopone,
Der an Weisheit hochgeachtet,
In den Garten, sich erholend.

Und zur Freundin wirst du haben
Rosarosen, seine fromme
Stille Gattin; dir gefallen
Wird mein Bruder auch, Meliore."

Aber stumm bleibt Rosablanke,
Und der Jüngling spricht betroffen:
"Schweige nicht, o laß mich Armen
Nicht in zweifelhaftem Troste.

Seit als Gärtner deinem Vater
Ich gepflegt die roten Rosen,
Trag ich heimlich, Rosablanke,
Weißer Rosen bittre Dornen.

Ich versetzte ihm im Garten
Weiße, rote, gelbe Rosen
Und begehrt am letzten Abend
Eine weiße mir zum Lohne.