Nieder zuckt sie gleich Dianen;
Jungfräulich erglühnd im Zorne
Spritzt empor sie Goldkristalle,
Birgt den Schoß im Wellenschoße.
Und der Mond, den Tropfen trafen,
Steht gehörnt gleich Aktäone,
Und zu Sternen rings erstarren
Um ihn her die goldnen Tropfen.
Mahnend zieht die Nacht den Mantel
Vor des Unterganges Tore,
Und die Herzen fühlen alle,
Wer verloren, wer gewonnen.
Seine Schmerzen nicht mehr fassend,
Spricht nun Pietro: "Deine Rosen,
Sonne, sind im Abendgarten
All verblutet an den Dornen.
Paris gab den goldnen Apfel
Liebend hin der Schaumgebornen,
Aber mir ward ausgeschlagen
Die Granate, scheu geboten!
Und die Sonne gleicht dem Apfel,
Paris gleicht dem Silbermonde,
Und das Meer des Unterganges
Der entschleierten Dione.
Aber ach, meine Granate
Gleicht den Äpfeln von Gomorrha,
Innen voll von giftger Asche,
Außen lustig und voll Wohnne.
Und es drohet mir die blanke
Todessichel dort des Mondes,
Wie in meinem armen Garten
Tödlich steht die weiße Rose!" —
"Pietro!" spricht nun Rosablanke,
"Umschaun hat der Herr verboten,
Sahst du in den Abendflammen
Sodom und Gomorrha lodern.
Gab zurück ich dir den Apfel,
Denk getröstet meiner Worte:
Keinen Apfel mit dem Manne
Teil ich; Jesus ist gestorben!