Lasse sinken all dies Trachten,
Lasse sinken diese Sonne,
Lasse wachsen diese Schatten!
Sinkt zur Ruhe, wächst zum Troste!
Sieh, die Kerne der Granate,
Die verglichen du der Sonne,
Sind als Sterne aufgegangen,
Leuchtend zu den Ewgen Lobe.
Betend sollst du nun betrachten,
Wie gehütet von dem Monde
Sie wie Gottes Lämmer wandern,
Und du sollst nicht trauern wollen.
Trauern nicht um die Granate,
Trauern nicht um eine Rose,
Trauern nicht um Rosablanke,
Die dem Himmel sich verlobet!"
Und nun nimmt sie die Gewande
Von Biondetten aus dem Korbe,
Legt sie an und fromm verwandelt
Steht sie eine weiße Nonne.
Pietro spricht: "Leb wohl, zum Garten
Kehre ich, die Hochzeitskrone
Pfleg ich dir, dir muß sie tragen
weiße Rosen, mir die Dornen!"
Und zur Erde kniet er jammernd,
Aus den dunklen Augen flossen
Tränen heiß, und seine Arme
Hielt er schmerzemporgehoben.
Aber in den Büschen raschelt's,
Und die Jungfrau spricht: "Es kommen
meine Freunde, ausgegangen
Sind die Hirsche, mich zu holen.
Beten werd ich noch heut abend,
Daß die kühlen Tauestropfen
Diese Nacht dein Herz erlaben,
Und dich ruhig seh der Morgen."
Pietro spricht: "Es wird die Flamme
In der Nacht noch wilder lodern,
Büßend streue meine Asche
Sich ins falbe Haar Aurore!"