Und des Waldes dunkle Riesen
Drängen sich ums enge Tal,
Und durch ihre Kronen gießen
Sterne geisterhaften Strahl.

Aus der Tiefe aufgewiegelt
Wachsen stumme Brunnen an,
Drinnen schaun sich mondumspiegelt
Die Gedanken traurig an.

Vor der Hütte setzt sich nieder
Kosme, lauschet nach dem Wald,
Ob nicht aus der Ferne wieder
Seines Kindes Stimme schallt.

Ob sie jenseits aus der Tiefe,
An dem schroffen Felsenhang,
Nicht das treue Echo riefe
In dem nächtlich späten Gang.

Aber nur die Melodieen
Höret er der Nachtigall,
Und zu seinem Herzen ziehen
Nicht der Töne Flug und Fall.

Ihm ergießet keinen Frieden
Der prophetschen Sterne Strahl,
Alle seine Pulse schmieden
Eines bösen Schwertes Stahl.

Die Milchstraße sieht er liegen
In des blauen Himmels Bahn;
Da stehn aller Waisen Wiegen,
Lehret ihn ein frommer Wahn.

Und er denkt der bösen Liebe
Und der Früchte, die sie gab,
Die in sündlich frechem Triebe
Er dem Schicksal übergab.

Und die Sünde warf ihn nieder,
Fesselt ihn in schwerer Acht,
Und mit bitterem Gefieder
Rauscht um ihn die böse Nacht.

Tief in Ängsten schon erlieget
Er des Herzens bangem Schlag,
Denn in dieser Nacht gewieget
Wird verhängnisvoll ein Tag.