Ihre Strahlen fallen schiefer
An der engen Kammer Wand,
Malend an der Kerze, tiefer
Sinket Kosme fleißge Hand.

Lang nach jenem Bilde sieht er,
Das er hänget an die Wand,
Und zur Erde kniet er nieder,
Weit die Arme ausgespannt.

Und er spricht: "O Herr, den Frieden
Gabst du, an das Kreuz gespannt,
Und das Kreuz, es blieb hienieden,
Du hast dich zu Gott gewandt.

Sieh gekreuzet mich hier knieen
In der schweren Sünde Last,
Bis du, Herr, auch mir verziehen,
Auch für mich gelitten hast.

Ach, das Herz ward dir durchspießet
Von verräterischem Stahl,
Blutge Versöhnung sprießet
Aus der heilgen Wunden Mal.

Aber ach, die Sonne spielet
Ewig nur mit meiner Qual,
Ewig, ewig sie mir zielet,
Nimmer tötet mich ihr Strahl.

Wenn so rasch die Wolken fließen
Um den nackten Feuerball,
Alle Narben sich erschließen,
Aufstehn meine Sünden all.

So wenn einst die Engel ziehen
Mit der Zornposaune Schall,
Nahn die Toten aufgeschrieen
In des Wahnes Widerhall.

Nieder schmilzt der Sonne Siegel
Vor des Richters jüngstem Tag,
Es zerbricht des Todes Riegel,
Klar steht, was verloren lag.

Und der ewgen Schönheit Spiegel
Spiegelt jegliche Gestalt,
Und des Rechtes Feuertiegel
Prüfet jeglichen Gehalt.