Wo ist sie, die heilge Jungfer?
Hat ein andrer sie gewonnen?" —
"Meister, schone deine Zunge!"
Spricht und lacht der schlaue Moles.
"Du sitzt hier im Mondschein munkelnd
Bei wollüstger Brunnen Wonne,
Eine andere Laube funkelnd
War um mich und andre Bronnen!
Trug ich gleich die süße Jungfer,
Sprach sie doch unselge Worte;
Ihr half eine andre Jungfer,
Der ich nicht bin mächtig worden.
Auch sprang von des Hauses Kuppel
Auf mich ein der Meliore,
Und des Feuers wilde Zungen
Leckten mich bis auf den Knochen.
Aber dummer als das Dummste
War der Weihewasserbronnen,
Den ein Mönch — im Höllenpfuhle
Durst er — auf mich ausgegossen.
Meister, Meister, trotz der Gluten,
Trotz dem scharfen Weihebronnen
Schwör ich, nimmer will ich ruhen,
Bis Biondette uns geworden!
Ach, wer dieses Leibes Wunder
Einmal trug in seinen Pfoten,
Wer den Druck des süßen Busens
Fühlte und den Duft des Odems —
Disteln sind mir alle Blumen,
Seit mir nah des Mundes Rose;
Der Kometen Haar gleicht Ruten
Vor der Goldflut ihrer Locken.
Und der Brüste Dioskuren,
Aus der Leda Ei geboren,
Durstig wie des Schwanes Busen,
Da er taumelte in Wonne.
Unter ihrer Brauen Runde
Lag der Venus Stern verschlossen,
Wie in Wolkenbetten schlummern
Liebestrunkne Nebelsonnen.