Und der Oberfläche Zweifel
Stehet an der Scheide Weg,
Und das eben ist der Teufel,
Daß so eben ist sein Weg.
Aber nieder sah mit Neide
Gott zum festen Erdenstern,
Und er wollte, daß sie beide
Anteil hätten an dem Kern.
Wollte, daß als Friedensgeisel
Einer zwischen beiden geh,
Und, des großen Künstlers Meißel
Lobend, an der Sonne steh;
Der, den Geist der Erde preisend,
Hafte an dem Grunde schwer,
Mit der Stirne aufwärts weisend,
Mit dem Leibe irdisch wär.
Und der Herr sprach: "Nieder reise
Zu der Erde, Gabriel,
Bring in ihre sieben Kreise
Des Allmächtigen Befehl,
Daß sie dir des Staubes reiche
Aus den sieben Tiefen schnell,
Daß ein Bildnis, das mir gleiche,
Ich ihr draus zum Herren stell."
Als der Seraph niedersteigend
Zu der irdschen Feste schwebt,
Lag die Erde einsam schweigend,
Von der Geister Puls durchbebt.
Wo des Engels Flug ausgreifet,
Spaltet sich das Firmament,
Und aus seinen Ufern schweifet
Bang das nasse Element.
Und es dreht sich das Eisen
Schmerzlich in der Erde Herz,
Daß die Quellen los sich reißen
Aus der Tiefe himmelwärts.
Auf den Fittichen gebreitet
Steht der Seraph vor dem Kern:
"Erde, dir ist Heil bereitet
Durch den Willen deines Herrn!