»Ach Tante Ulrike, das ist eine schöne Geschichte!« rief Marie nun wieder halb lachend, halb weinerlich. »Was machen wir nun?«

»Was denn, was ist denn eine schöne Geschichte?« entgegnete die Tante. »Du bist ja ganz aufgeregt, ich kenne dich gar nicht wieder. Was hat dich denn so aus deinem Gleichgewicht gebracht?«

»Doch nicht etwa wieder unser guter Baron?« rief ich lustig lachend.

»Ja ja, lache nur, du Böse, eben der ists!« sagte Marie schmollend.

»Der Baron? Was hat er denn wieder verbrochen?« scherzte auch Tante Ulrike.

»Mein Gott, nichts weiter, als daß er – nun damit ichs nur sage, – daß er Gretchen heirathen will!« stieß Marie heraus und sank auf einen Stuhl nieder, als hätte diese Eröffnung ihr alle Kräfte genommen.

»Heirathen –!« riefen Tante Ulrike und ich wie aus einem Munde, und mir kam augenblicklich wieder das kindische Lachen an, das mich heute schon einmal bei diesem Gedanken erfaßte.

»Sprich doch nicht solchen Unsinn, Marie, und sag' vernünftig, was du hast!« rief ich endlich; »denn ernsthaft kann diese wunderbare Eröffnung doch nicht gemeint sein.«

»Ja ja, bitterer Ernst ist es, Grete, du kannst es mir glauben,« sagte Marie eifrig. »Warum wäre ich denn sonst so außer mir, wenn mich diese Geschichte nicht so aufregte?«

»Aber Marie, es kann doch unmöglich jemand daran denken, mich dummes Ding heirathen zu wollen,« fuhr ich lustig fort, »Denke doch nur, ich heirathen, und nun gar den Baron Senft!«