»Hast recht, Bruder, 's ist mir lang schon nicht lieb, daß er da ist,« entgegnete Herr von Helldorf beistimmend, »aber ihn hinausjagen ohne Grund, das kann ich doch nicht, obwohl der windige Monsieur in der Wirthschaft gar nicht zu brauchen ist; Walter muß immer hinter ihm drein sein. Bei mir säet er ganz sicher Drachenzähne, ich möchte darauf wetten.«

In derselben Zeit gingen Frida und Sophie eine Weile Arm in Arm durch die Gänge des Gartens.

»Das ist mir prächtig geglückt!« rief Frida lachend, »und ich danke dir und Helene für euren treuen Beistand. Wie erstaunt Hannchen und Charlotte aus ihren guten, blauen Augen blickten, als sie ihre Blumen in der Hand ihrer still Geliebten sahen, es war köstlich!«

»Aber ahnen dürfen sie nicht, daß wir Justus und Walter verrathen haben, welche Blume sie trügen; das würden sie uns nicht verzeihen,« entgegnete Sophie.

»O wir thaten es ja gar nicht, die Blumen sprachen ja selbst!« lachte Frida.

»Du bist eine kleine Sophistin,« sagte Sophie. Dann seufzte sie leise und pflückte im Vorbeigehen eine rothe Rose vom Strauch.

»Was hast du, Sophie?« fragte Frida.

»O nichts weiter, es fiel mir nur eben ein, daß die Blumen gar oft als Dolmetscher dienen,« entgegnete Sophie.

Frida dachte an ihr Gedicht von der Rose und sagte lächelnd: »Besonders die Rosen. Ich glaube, so lange es Rosen gegeben, so lange haben sie auch der Liebe als Dolmetscher gedient und Stoff zu Liebesliedern gegeben. Keine Blume ist wohl je so viel besungen worden, als die Rose.«