Die Tante war sehr ärgerlich, sowohl über den Unfall, der ihrem Lieblinge widerfahren war, als über die schnelle Rückkehr Agathes. »Mein armes Hundchen bedurfte der frischen Luft so sehr,« sagte sie, »du hättest ihn wohl noch eine Weile führen können.«

»Aber liebe Tante, es war ja nicht möglich; laufen wollte er nicht, und auf dem Arme blieb er auch nicht!« entschuldigte sich Agathe.

»Ach du verstehst das liebe Thier nur nicht zu behandeln!« rief die Tante heftig und streichelte die verletzte Pfote ihres Lieblings. »So unaufmerksam, ihn treten zu lassen!«

Das junge Mädchen wollte sich schüchtern zurückziehen, da sagte die Tante: »Bleib nur hier, Agathe; du sollst mit mir Karte spielen. Ich bleibe heute Abend zu Hause, denn ich bin so sehr angegriffen.«

»Karte, liebe Tante? Das kann ich nicht; ich habe nie Karte gespielt,« erwiederte Agathe erstaunt.

»So? Nun so geh' zur Cousine, sie soll es dir beibringen, damit du morgen mit mir spielen kannst,« sagte die Tante. »Die alte Person mag ich nicht mehr um mich haben, sie spielt auch gar zu schlecht! Gieb dir rechte Mühe, daß du es morgen schon kannst; ich langweile mich sonst zu schrecklich.«

»Ich will Ihnen vorlesen, liebe Tante, das ist doch hübscher als Kartenspiel,« wagte Agathe zu sagen, aber Madame entgegnete verdrießlich: »Nein, laß mich damit in Ruhe, das greift meine Nerven an und ist zum Einschlafen langweilig. Geh' nur, und lerne Kartenspiel.«

So blieb denn Agathen nichts anderes übrig, als den Befehlen der Tante zu gehorchen, und die alte Cousine um Unterricht in dieser völlig unbekannten Kunst zu bitten.

Es wurde ihr sehr schwer, alles das zu merken, was nöthig war, und der ganze schöne Abend verging, ehe sie Boston, das Lieblingsspiel der Tante, begriffen hatte, der schöne Abend, an dem sie sich so unsäglich gern mit ihren Büchern beschäftigt, ihren früheren wissenschaftlichen Arbeiten einige Zeit gewidmet hätte!