Eines Tages aber, als man wieder im Hause Pastor Werders fröhlich zusammen gewesen, nahm Charlotte Frida unter den Arm und ging mit ihr in eine der verstecktesten Lauben des Gartens.
»Ich möchte dich gern einmal etwas fragen, liebe Frida; aber sei mir drum nicht böse,« sagte Lottchen dort schüchtern und malte mit einem Stöckchen, das im Wege lag, verlegen Figuren in den Sand.
»Warum sollte ich böse sein, Lottchen? Was hast du?« entgegnete Frida verwundert.
»Es ist nur,« fuhr Charlotte zögernd fort, »ich wollte dich nur fragen, liebst du das Leben auf dem Lande jetzt sehr?«
»Ei gewiß liebe ich es, mehr als ich je dachte!« rief Frida lebhaft.
»So möchtest du wohl ganz gern dort leben, vielleicht einmal als Pastorenfrau?« stotterte Lottchen jetzt tief erröthend und wühlte mit dem Stöckchen aufgeregt im Fußboden umher.
»Als Pastorenfrau?« sagte Frida staunend. »Wie kommst du denn darauf, Lottchen? Das ist ja eine merkwürdige Idee. Findest du denn, daß ich dazu passe?«
»Nein, ehrlich gestanden finde ich eben, daß du gar nicht dazu paßt, Frida; aber nimm es mir nur nicht übel,« entgegnete Lottchen immer befangener werdend.
»Nun warum in aller Welt frägst du mich denn da so sonderbar?« lachte Frida.