Westwand des Illampu.

Indianerdorf in der Puna.

Nordostflanke des Illimani.

Wie ein mächtiger Tempel hebt sich der kuppelreiche Bau über die sich tief duckenden niederen Lehmhütten. Eine sauber gepflasterte Straße führt mitten hindurch. Plötzlich treten die Häuser zurück, ein weiter Platz öffnet sich. Hinter zinnenreichen Mauern liegt die Kirche. Geheimnisvolle Feuer flackern an ihrem Fuß. In dem ungewissen Dämmer erscheint der Bau wie eine phantastisch-gewaltige Burg.

Die Feuer vor der Kirche sind Garküchen, die köstlichen heißen Kaffee schenken. Die darumhockenden Indianerinnen weisen den Weg in die Pilgerhäuser, wo die gastfreien Padres den Wallfahrern kostenfreie Unterkunft gewähren.

Copacabana weist dieses Jahr nicht den sonst üblichen Massenbesuch auf. Der Dampfer war fast leer. Mitfahrer erzählen mir, daß sich in früheren Jahren die Passagiere Kopf an Kopf drängten. Revolution, Indianerunruhen, Kriegsdrohung mögen die Ursache sein, und vielleicht nicht zum mindesten die Verdoppelung der Tarife durch die Dampfergesellschaft. Teuerung auch hier.

Aber man genießt den Zauber dieses Ortes, der sich an landschaftlicher Schönheit mit den berühmtesten Wallfahrtsstätten des alten Kontinents messen kann, vielleicht noch mehr, wenn nicht alle Plätze von Menschen überfüllt sind. Und die Kirche wird trotz des geringeren Besuches nicht leer. Unermüdlich ertönt hier die Huldigung an die Jungfrau. Blumengeschmückt hebt sie sich auf ihrem Tragsessel über die Menge, im Blumenschmuck prangt die ganze Kirche. Das Braun und Gold der alten Altäre verschwindet völlig unter Rosen und andern Blumen.