Das Wort stand einen Augenblick im Raum, ihn ganz erfüllend, unheimlich und unheilschwanger. Dann ging der Schaffner weiter, sehr ruhig, sehr honett und sehr bürgerlich. Mein Gegenüber sah aus dem Fenster. Auf der nächsten Station stieg er aus. Ein deutscher Farmer stieg an seine Stelle. Laut und lärmend begrüßte er in mir den Landsmann. Er hatte ein prachtvoll frisches, offenes Gesicht.

„Sollen nur recht viele rüberkommen aus Deutschland,“ meinte er, „zu kaufen ist ja allerdings schwer, aber zu pachten gibt es Land genug. Gutes Land, und billig.“ Er wies aus dem Fenster. „Hier die Chacra können Sie gleich pachten. Sollen nur recht viele kommen!“

Und er erzählte von dem Käse, den er nach Rivera brachte, und von dem Geschäft, das damit zu machen ist.

Wir liefen in Rivera ein. Die übliche Station, das übliche Bahnhofspublikum. Nur die angelsächsischen Gesichter der Angestellten des nordamerikanischen Frigorifico und ihrer Frauen brachten eine fremde Note hinein. Die Schatten standen kurz und schwarz auf grellweißem heißem Sand. Sonne, Wohlleben, Lebenlassen. Die Frigorificos kaufen wieder Vieh.

Brasilien

50. Abend in Santa Anna.

Santa Anna do Livramento.