Ich stand auf; es war Zeit zu gehen. Mehr als Phrase war es, als ich Irigoyen zum Abschied sagte, daß die Unterredung mit ihm mein stärkster Eindruck in Südamerika gewesen. „Sie kennen ja jetzt den Weg zu mir,“ sagte er zum Abschied, „sobald Sie wieder nach Buenos Aires kommen, vergessen Sie nicht mich wieder aufzusuchen.“

Man ist außerordentlich höflich in Südamerika. So höflich, daß man keineswegs jedes Wort, das im Verlauf eines Gespräches fällt, als bare Münze nehmen darf. Aber von dem, was Irigoyen über seine Politik und über Deutschland sagte, blieb nachhaltig das starke Gefühl, daß hier ein Mann gesprochen, der unbedingt und unbeugsam zu seinen Worten und Entschlüssen steht.

12. Nach Patagonien.

Bahia Blanca.

Von der Station Constitucion, dem Bahnhof der Südbahn in Buenos Aires, aus dessen bretterbudenartiger Halle sonst die Ausflüglerzüge nach Quilmes und die eleganten Badezüge nach Mar del Plata laufen, fährt zweimal in der Woche der Neuquenzug, der bis nach Zapala an den Fuß der Kordillere führt. Die Rio-Negro-Neuquen-Bahn ist die nördlichste der vier Stichbahnen, die vom Atlantischen Ozean aus nach Patagonien hineinführen, gleichsam als ein schwacher Versuch, dieses ungeheure Gebiet zu erschließen.

Plaza de la Independencia in Santiago.
Rechts der Hügel Santa Lucia, im Hintergrund die schneebedeckte Kordillere.