„Waren Sie denn schon einmal dort?“ war meine Gegenfrage.

„Nein, aber das weiß man doch!“

Das weiß man doch! Ich frage etwas unter meinen Bekannten in Bahia Blanca herum, wer Neuquen oder auch nur Rio Negro kenne. Das Resultat war nicht anders als in Buenos Aires. — Kaum einer. Seltsam, da handeln die Geschäftsherren mit den Frutos del pais, mit Getreide und Alfalfa, mit Wolle und Häuten, aber sie haben kein Interesse daran, das Land kennenzulernen, aus dem sie das beziehen, womit sie sich ein Vermögen machen.

Und so bilden sich Urteile nicht aus eigener Anschauung, sondern gleichsam auf überkommenen Konventionen ruhend, die man nachspricht, ohne sie nachzuprüfen. „Patagonien — nur für Schafzucht geeignet“, „Regierungsland — wertlos“, „Neuquen — eine Wüste“.

Stimmt das Urteil? Auf den Stationen sieht man im schwachen Licht der Sterne kaum eine Bretterbude, einen Windmotor und Wassertank, dahinter nichts als zampabestandene Wüste. — Ich gehe ins Schlafkupee. Auch hier der Staub. Noch in den Traum folgt er und liegt beim Aufwachen trocken im Gaumen und knirscht zwischen den Zähnen.

Die Stationen sind spärlich geworden. Stundenlang fährt der Zug von einer zur andern. Und nicht einmal für die wenigen fanden sich Namen, einfach Kilometer soundso.

Sand, Zampa, Tosca, dorniges Buschwerk, bestenfalls am Horizont ein paar Hügel und leicht sich wellende Berge.

Um neun Uhr sind wir in Ramon M. Castro, der letzten Station vor Zapala, von wo die Reise zu Pferd weitergehen soll.

Freundliche Marktweiber.