Es ist ein eigen Ding um die Arbeit auf eigenem Grund und Boden. Zehnmal so leicht ist sie wie für fremde Rechnung. Die Siedler haben sich zunächst zu einem Jahr unentgeltlicher gemeinschaftlicher Arbeit verpflichtet, und sobald wie möglich sollen dann die einzelnen Familien auf eigenen Losen angesiedelt werden und jede eine gewisse Anzahl Hektar Bewässerungsland bewirtschaften, während der übrige Kamp genossenschaftlicher Viehwirtschaft dient.
Sobald es Abend wird, kommen die einzelnen Gruppen von der Arbeit, die einen vom Steinetragen, die andern vom Roden, die dritten vom Kanalbau. Unter den Pappeln und Weiden sitzt man auf den selbstgefertigten Bänken, ein Stück knusprigen Bratens in der Hand.
Rasch sinkt die Nacht. Von dem verglimmenden Feuer steigt ein leichter blauer Rauch. Aus dem Potrero tönt das Läuten der Glocke der Leitstute der Tropilla, und in das Läuten der Glocke, in das Quaken der Frösche vom Fluß her und das Zirpen der Grillen und in all die unbestimmbaren Geräusche der Nacht in der Wildnis klingt immer wieder das Lachen der jungen Frau.
Man sitzt und erzählt. Einer hat sich schon zurückgezogen, und aus der Ferne klingt sein Geigenspiel. Schwermütige Weisen — wie könnt’ es anders sein.
Es war viel Hoffnungsfreude und Zukunftsglaube unter den Siedlern. Im Geiste stand bereits das Haus, blühte das Feld. Aber als ich nach Jahresfrist nach Argentinien zurückkehrte, da war die Siedelung eingegangen, an Kapitalmangel, an Streitigkeiten der Siedler. Sie alle waren auseinandergeflogen, und ein Teil vegetierte dahin in Elend und Armut.
21. Auf dem Cayuncohochland.
Am Cayunco.
Zwischen den beiden Nebenflüssen des Neuquen, dem Cayunco und dem Agrio, erstreckt sich als Wasserscheide ein mächtiges Hochplateau. Vom Fluß aus scheinen dessen steil abfallende Wände das Tal wie mit unübersteigbaren Mauern abzuschließen. Aber wie man mir sagt, führt ein Reitweg auf die Hochfläche hinauf, und da Hufspuren und vertrockneter Pferdemist untrügliche Spuren geben, reite ich allein eines Morgens los.