Ein Pater in wallendem Bart führt uns. Alles ist selbstgebaut, gezimmert, gemauert, gepflanzt. Die Kirche, der geschnitzte Altar, selbst die Orgel und ebenso Gemüsegarten, Bienenhaus und Stall.

Die Indianermission der Kapuziner nimmt unentgeltlich so viele Araukanerjungen auf, wie sie unterbringen kann. Sie lernen lesen, schreiben und rechnen und sie lernen vor allem Spanisch. Der Unterricht ist nicht einfach, denn keiner der Jungen kann etwas anderes als Mapuche, die Sprache der Eingeborenen. Und es sind sonderbare Klassen; denn neben Achtjährigen sitzen Achtzehnjährige auf der gleichen Bank.

Neben dem Schulunterricht geht der Handfertigkeitsunterricht. Einer der Fratres ist Tischler. Er hat eine große Werkstatt eingerichtet mit Drehbank, Hobelmaschine und Bandsäge. Bis auf die Eisenteile alles selbstgebaut. Sein Stolz ist ein deutscher Sauggasmotor, der die Werkzeugmaschinen und daneben die Dynamomaschine für die Lichtanlage treibt.

Andere Knaben werden als Lehrer ausgebildet — die Indianermission ist weitverzweigt — und in der untersten Klasse unterrichtet bereits ein junger Araukaner.

Die Patres sind voll Stolz, und sie können es auch sein, auf die Kulturarbeit, die sie geleistet. Allein ich werde ein Gefühl drückender Trauer nicht los. Die Klänge der „Copihue“, der Hymne auf die Blume, die die sterbende araukanische Rasse verkörpert, wehen mir durch den Sinn.

In Santiago im Konzertsaal hörte ich sie. Der Komponist dieser echt chilenischen Musik ist übrigens ein Deutscher, ein ehemaliger Hof- und Kammersänger, der Commendatore Oberstetter von der Münchener und Wiesbadener Oper. Der Krieg überraschte ihn in Brasilien. Er schlug sich tapfer durch ganz Südamerika durch, überall deutsche Musik hinbringend, und so hat er vielleicht besser deutsche Propaganda gemacht, als manche vom Auswärtigen Amt betriebene war, die Unsummen verschlang.

Tu que sabes de sangre vertida,

Tu que viste la lucha potente.

Die du weißt von vergossenem Blute,