Aber jetzt Hundegebell. Lagernde Tiere und Menschen am Wege. Diese Mauern sind wirklich, sind bewohnte Häuser — die Posada.

Ein langgestreckter, niederer Bau. Ein fensterloses Zimmer neben dem andern, auf der andern Seite des Hofes ein Strohdach, unter das die Tiere bei Regen untertreten können. Das ist die Posada, staatlich konzessioniertes Wirtshaus, Relaisstelle, der Posthalterstation aus der Urgroßväterzeit noch am meisten vergleichbar. Es ist die übliche, vom Staat vorgesehene Unterkunftsstätte in jenen Gegenden, in denen es kein anderes Verkehrsmittel gibt als das Maultier.

Im ersten Augenblick mutet es seltsam und fast unbegreiflich an, daß in nächster Nähe der Hauptstadt des Landes, die mit nicht weniger als drei Bahnen mit dem Pazifik verbunden ist, ein weites, reiches, kommerziell und wirtschaftlich überaus wichtiges Gebiet liegt, für das es keine andere Verkehrsmöglichkeit gibt als eine kostspielige und anstrengende Maultierreise.

So mögen wohl — wie lange ist es her — die Poststraßen der Alpen, über den Gotthard und Brenner, ausgesehen haben, als noch keine Postkutschen fuhren, Maultierkolonne hinter Maultierkolonne.

Denn die Yungas sind ja keine abgelegene, ferne Region, in die man etwa eine Expedition unternehmen müßte, nein, es ist das Gebiet, das La Paz, Oruro und den ganzen Minendistrikt mit Bananen, Orangen, Zitronen, Kaffee und vor allem mit Coca versorgt, dem unentbehrlichen Stimulans des Hochlandindianers.

Indianerprozession in Copacabana.
Nach einer von Jakob v. Tschudi veröffentlichten Zeichnung eines Indianers.

Eingeborne vom Rio Beni.