Harte Arbeit; denn glühend sticht die Sonne, und unermüdlich umschwirren die Arbeiter Schwärme bissiger Moskitos. Aber immer gibt es Ruhepausen, in denen das süße Rohr eifrig geschält und gelutscht wird. Da sieht man überall die schmatzenden, kauenden Gruppen die dicken Stengel zerbeißen, und aus den Mundwinkeln trieft der schwere süße Saft.
Bald geht man über schwankendes Gewirr hochgehäufter Rohre, bis die Mulas kommen, um sie zur Mühle zu schaffen.
Auch für die Mühle ist der hundert Meter hoch herabstürzende Gießbach belebende und treibende Kraft, der in enge Röhre eingezwängt zum Peltonrad hinunterschießt, um die Trapiche, das Walzwerk, zu treiben, zwischen dem die Caña bis auf den letzten Tropfen ausgepreßt wird.
Während sich das trocken ausgelaugte Rohr in hohen Haufen stapelt, um später als Feuerungsmaterial unter den Kesseln zu dienen, rinnt der Huarapu, der durch die Trapiche ausgepreßte Saft, in große Bottiche, in denen er sich zum Most wandelt, bis auf mancherlei Umwegen durch Destillation und Rektifikation als Endprodukt der Alkohol gewonnen ist.
Auch hier ist es nicht Zucker, der aus der Caña erzeugt wird; Alkohol bringt mehr Geld. Er bringt viel Geld. Die Lata zu 20 Liter wird zu 43 Peso verkauft, mitunter steigt der Preis bis auf 75 Peso. Ein Hektar mit Caña bestellt, produziert etwa 130 Latas Alkohol. Es muß ein glänzendes Geschäft sein.
Der Administrator ist auch sehr zufrieden und er denkt daran, den Betrieb zu vervielfachen. Der Alkoholbedarf im Land nimmt auch ständig zu. Der Administrator ist ein außerordentlich liebenswürdiger Wirt, und so unterlasse ich denn, daran zu erinnern, daß ein ganzes ehemals gesundes, kräftiges Volk langsam am Alkohol zugrunde geht.
42. Weg im Fluß.
Tirata.