Du mußt wissen, meine liebe Laurette, daß sich das natürliche Temperament in einem gewissen Alter bemerkbar macht. Das geschieht bei den einen früher als bei den andern, und zwar durch die Verschiedenheit der natürlichen Anlagen und der Qualität der Säfte, die in uns sind, aber auch durch eine Veränderung in den Organen. Wenn diese Körpersäfte nicht rechtzeitig zum Fließen kommen, strömen sie in die Blutbahn zurück. Manchmal verursachen sie dann eine vollkommene Unterdrückung der natürlichen Impulse und damit ein geradezu monströses Anschwellen des Leibes. Personen, die keine natürliche Geschlechtsvereinigung kennengelernt haben, werden unter solchen Umständen völlig gleichgültig und sind meist empfängnis- und zeugungsunfähig.

Aber, mein teures Kind, in dem Alter, in dem die Säfte des Lebens zu strömen beginnen, in dem das Feuer des Temperaments sich bemerkbar macht, soll man diesem auch Genüge tun, und zwar sowohl, weil es für die Gesundheit nützlich und notwendig ist, als auch, weil es die Schönheit und Frische eines solchen glücklichen jungen Geschöpfes steigert. Es gibt verschiedene Mittel dazu.

Stell Dir eine Frau in den Armen eines leidenschaftlichen Mannes vor. Wie erregt ist sie allein vom Gegensatz der Geschlechter! Was bedeutet ihr mehr als die Leidenschaft, die er für sie empfindet und die auch sie in sich verspürt? Schon die bloße Gegenwart des Mannes wird für sie erregend. Phantasie und Natur weisen ihr den Weg zu den wollüstigsten Empfindungen. Daraus kannst Du ermessen, warum ich mich gegen Lucette anders verhalte als gegen Dich.“

„Ah ja, mon cher papa! Weil ich Sie immer bei diesem Namen genannt habe, werde ich mich auch jetzt Ihrer Erfahrung und Weisheit unterordnen. Aber sagen Sie mir, in welchem Alter werden Sie mit mir tun, was Sie mit Lucette so häufig getan haben? Ach, dieser Augenblick fehlt noch zu meinem Glück, denn ich empfinde es schmerzlich, daß ich nicht all Ihr Verlangen zu stillen imstande bin, daß ich Ihre Wünsche nicht in jeder Hinsicht befriedigen kann.“

„Mein reizendes Kind, die Natur selbst spricht zu uns in einer leicht verständlichen Sprache. Noch sind Deine Brüste nicht voll entwickelt, und das Pelzchen, das Deine hübsche kleine Grotte bedeckt, ist noch recht schütter. Kaum, daß Du die ersten Blüten Deiner Reife hervorgebracht hast. Laß uns also noch etwas warten. Dann, geliebte Laurette, Du Kind meines Herzens, werde ich dieses Geschenk von Deiner Zärtlichkeit empfangen. Du wirst mich die Blüte pflücken lassen, die ich so sorgsam gepflegt habe. Doch laß uns diesen glücklichen Augenblick nicht durch unsere Ungeduld zerstören. Glaube nicht, daß ich Dich bis zu diesem Zeitpunkt Dir selbst überlasse. Bei einer robusten Natur ist es nicht notwendig, diesem Augenblick besondere Aufmerksamkeit zu schenken oder mit den Kräften des Körpers besonders haushälterisch umzugehen. Aber bei einem sensiblen Temperament muß man vorsichtig sein und bis zum siebzehnten oder achtzehnten Jahr warten. Das ist der Zeitpunkt, an dem eine Frau völlig erwachsen ist und sich ohne Schaden ihren Begierden überliefern kann.“

Alles, was er mir bei dieser Gelegenheit sagte, meine liebe Eugenie, hat sich meinem Gedächtnis unauslöschlich eingeprägt. Du kannst Dir das wohl denken. Seine Gründe erschienen mir sehr vernünftig und einleuchtend, und seine Bereitwilligkeit, auf meine Fragen einzugehen, ermutigte mich, weitere an ihn zu stellen.

Ich erinnerte mich, daß Lucette bei jenem ersten Mal, als ich die beiden entdeckt hatte, in einem tiefen Schlaf zu liegen schien, und das war ein Rätsel, das ich nur zu gern enthüllt gesehen hätte.

„Aber warum, teurer Papa, war Lucette an dem Abend, da ich euch zuerst beobachtet habe, so tief entschlummert, daß sie nichts von dem zu bemerken schien, was Sie mit ihr taten? Schlief sie wirklich oder spielte sie nur die Schlafende?“ wollte ich wissen.

„Ganz und gar nicht, meine Liebe“, versicherte mein Vater. „Sie hat wirklich geschlafen. Aber das ist mein kleines Geheimnis. Soll ich es Dir sagen? Ja, denn dieses Beispiel kann für dich nützlich sein. Ich muß dir gestehen, daß mich mein Verlangen damals heftig quälte. Ich sah Lucette, sie gefiel mir, und ich versprach mir ein gewisses Vergnügen von ihr. Doch als ich bemerkte, daß sie zögerte, sich meinem Begehren auszuliefern, ergriff ich die Initiative. Ich habe etwas Schlafpulver in ihren Liqueur gemischt. Du hast die Wirkung gesehen. Doch habe ich mich nicht damit begnügt. Denn ich fürchtete, daß sie erwachen und zornig werden könnte, sich von mir in eine derartige Lage gebracht zu sehen. Um das zu verhindern, habe ich ein gutes Mittel gefunden, das die Natur erregt und in einen Zustand versetzt, in dem ihr die Zärtlichkeiten eines Mannes höchst erwünscht erscheinen.

Das ist eine Art Zaubertrank. Nachdem ich sie also auf das Bett gelegt hatte, rieb ich damit ihre Liebesgrotte, ihre Klitoris und ihre Schamlippen ein. Diese Flüssigkeit hat die Eigenschaft, sogar einen impotenten Mann zu leidenschaftlichem Leben zu erwecken, wenn man gewisse Partien seines Körpers damit einreibt. Lucette schlief etwa eine Stunde lang, ehe sie erwachte. Dann aber zeigte sie eine Leidenschaft und ein Feuer, das sich kaum löschen ließ. Sie war ganz und gar nicht erstaunt, sich in meinen Armen zu finden, sondern umschlang mich im Gegenteil zärtlich mit den ihren. Weit davon entfernt, meiner Begierde Widerstand zu leisten, öffnete sie — angespornt von ihrem eigenen Verlangen — ihre Schenkel und bereitete mir so das lebhafteste Vergnügen, an welchem ich sie — ganz und gar nicht egoistisch — teilnehmen ließ. Doch als vorsichtiger Mann dachte ich daran, was geschehen könnte, wenn ich mich meiner Wollust völlig und bedenkenlos hingab. Also zog ich mich in dem Augenblick, in dem ich das Nahen der Lust spürte, ein wenig zurück und ergoß das lebenspendende Naß in die Oberfläche ihrer Grotte und auf ihren Leib. Von diesem Tag an hat Lucette sich immer meinen Wünschen überlassen, und ich habe nur meine Unvorsichtigkeit und Deine Neugier zu beklagen, die Dich ein Geheimnis enthüllen ließ, daß ganz und gar nicht für Dich bestimmt war. Sie weiß übrigens nicht, daß ich Dir alles darüber gesagt habe, und Du mußt Stillschweigen bewahren. Nicht wahr, Du wirst mein Vertrauen nicht enttäuschen?“