Sie führte mich in ein Gemach, das für den erhebenden Anlaß schon vorbereitet worden war. Alles Tageslicht war daraus verbannt. Ein riesiges Himmelbett, das ganz mit blauem Satin bezogen war, prangte inmitten der Spiegel, von denen es umgeben war. In der Mitte des Bettes befand sich auf den blauseidenen Decken ein Kissen, das gewissermaßen den Opferstein darstellte.

Lucette verstand es ausgezeichnet, all die Vorzüge herauszustreichen, welche die Natur mir gegeben hatte. Sie schmückte dieses freiwillige Opfer mit feuerroten Strumpfbändern und einem Gürtel, der wie bei einer zweiten Venus meine schlanke Taille zur Geltung brachte. Meine üppig fließenden braunen Locken wurden gleichfalls durch ein rotes Band zusammengehalten. So blieb ich ganz allein in dem Raum, in dem bald das köstlichste Opfer stattfinden sollte. Ich betrachtete mich mit einer unbeschreiblichen Zufriedenheit in den Spiegeln, die den blauseidenen Bettaltar umgaben. Mein entblößter Körper schimmerte wie mattes Elfenbein. Meine jungen, zarten Brüste erhoben sich wie strahlende Früchte, die von zwei Knospen in der zartesten Rosenfarbe gekrönt wurden. Ein reizender goldfarbener Flaum bedeckte den Ansatz meiner Schenkel und warf einen köstlichen Schatten auf meine Liebesgrotte, die zwischen den beiden rosigen Lippen ein winziges Ende der Klitoris erkennen ließ. Es war, als ob sich eine Zunge begehrlich zwischen den beiden Lippen vorstreckte. Dazu meine schlanke Taille, meine zierlichen Füße, meine schön geschwungenen Beine und wohl gerundeten Schenkel, sowie ein Hinterteil, dessen rosige Rundungen zur Freude wie geschaffen schienen!

Wirklich, selbst Amor hätte sich mit mir nicht messen können, wenn er mein Geschlecht gehabt hätte. Das war in etwa der Tenor der Elogen, mit denen Lucette meinem Vater gegenüber meine Schönheit pries. Ich fühlte mich emporgetragen von einer Woge der Trunkenheit, von einem Liebesrausch ohnegleichen. Wie glücklich war ich, den Mann, der mir so viel bedeutete, mit meinem Überfluß zu beglücken.

Er prüfte und bewunderte all die Schätze, die vor ihm ausgebreitet waren. Seine Hände, seine Lippen brannten auf meinem Körper. In uns beiden flammte die Leidenschaft einer jungen Liebe auf, für die es keine Hindernisse gibt und die endlich den Lohn ihrer Geduld und Sehnsucht zu pflücken hofft. Ich hatte mir diesen Augenblick so lebhaft gewünscht und preßte den Urheber künftiger Freuden mit einer Leidenschaft an mich, als wollte ich ihn nie wieder aus meinen Armen entlassen.

Lucette entkleidete ihn vollständig. Er legte mich auf das Bett, so daß mein Hinterteil auf dem Kissen zu liegen kam. Ich nahm die wundersame Waffe in die Hand, durch die meine Jungfernschaft zerstört werden sollte. Oh, wie liebkoste ich dieses schwellende Schwert, das nun bald gewaltsam meine Rose durchbohren sollte, die mit solcher Sorgfalt viele Jahre hindurch gepflegt worden war. Meine Phantasie brannte vor Verlangen nach diesem bedeutsamen Augenblick. Meine Liebesgrotte verzehrte sich nach dem holden Eindringling, dessen Nähe allein mich mit einem wundervollen Feuer der Begeisterung erfüllte. Wir hielten uns umschlungen und lagen einer auf dem anderen. Unsere Lippen, unsere Zungen vermählten sich. Ich wußte nicht mehr, was ich tat, sondern schlang meine Beine um seine Lenden, und während ich ihm entgegenkam, durchbohrte er mich mit einem einzigen schnellen Stoß. Der heftige Schmerz, den ich in diesem Augenblick empfand, entriß mir einen Schrei, der ihn von seinem Sieg überzeugte.

Lucette, die ihre Hand geschickt zwischen uns schob, begann mich zu liebkosen, während ihre andere Hand meine Lenden streichelte. Der Schmerz mischte sich mit Wollust, so wie sich der holde Tau der Lust mit meinen Blutstropfen mischte. Ich fühlte eine zarte und unaussprechliche Wonne in mir aufsteigen und versank in einen Abgrund der Lust. Kraftlos lag ich in den Armen des Geliebten und fühlte mich sterben, während ich die unaussprechlichsten Wonnen, eine subtile Art von Qual erlitt, die mir heute noch unbeschreiblich erscheint.

Welch wundervoller Zustand! Neue Zärtlichkeiten riefen mich wieder ins Leben zurück. Er küßte mich, seine Hand liebkoste meine Brüste und meine Liebesgrotte, er spreizte meine Beine in die Luft, um sein Werk zu besichtigen. Ich faßte währenddessen nach seinem Instrument, das unter meinen Liebkosungen sofort seine ursprüngliche Festigkeit wieder annahm. Und alsbald ging er wieder an meine Eroberung. Noch war das schmale Pförtchen nicht leicht zu durchbrechen, doch die immer liebenswürdige Lucette besänftigte mich durch ihre Liebkosungen, und ich versank von neuem in jene wollüstige Apathie, die ich eben kennen gelernt hatte.

Der Mann, der mein Vater gewesen und nun mein Liebhaber war, nahm voller Stolz über seine Eroberung und bezaubert von dem Opfer, das ich ihm dargebracht hatte, das Kissen, auf dem dieses Opfer vollzogen worden war — es zeigte die Spuren des vergossenen Blutes und betrachtete diese Trophäe seines Sieges liebevoll.

„Meine Laura, geliebtes und liebenswürdiges Kind“, sagte er schließlich, „Lucette hat Deine Lust gesteigert. Erscheint es Dir da nicht gerecht, daß wir sie nun daran teilnehmen lassen?“

Ich umschlang ihren Hals und zog sie auf das Bett. Er nahm sie in die Arme und zog mich an ihre Seite. Ich schürzte ihre Röcke und fand sie darunter ganz feucht. „Ah, wie feucht Du bist, meine Liebe! Ich werde Dein Vergnügen erhöhen, wenn ich es kann.“ Ich nahm seine Hand und ließ ihn einen Finger in ihre Grotte stecken, wo er Kommen und Gehen spielte, während ich sie kitzelte. Sie zögerte nicht, in dieselbe wollüstige Ekstase zu verfallen, die ich vorhin so glücklich an mir erfahren hatte.