Ich war erstaunt über etwas, daß ich nicht zu verstehen vermochte, und fürchtete, daß ihr etwas Ungewöhnliches zugestoßen sei. Doch als ich sie am anderen Tag ganz frisch und munter sah, beruhigte ich mich rasch wieder. Meine Neugierde war geweckt, und ich beobachtete sie von nun an jeden Abend, indem ich mich schlafend stellte. Dabei bemerkte ich, daß sie jedes Mal wartete, bis sie glaubte, daß ich eingeschlafen sei. Dann wiederholte sie dieses merkwürdige Ritual, um bald danach selbst einzuschlafen. Ich konnte mich darüber nicht genug wundern und beschloß also, den Dingen auf die Spur zu kommen. Meine Tante hatte eine sehr hübsche Zofe, die etwa zwanzig Jahre alt war. Isabelle verbrachte jeden Tag mehrere Stunden bei ihr, angeblich um Sticken zu lernen. Justine — so hieß das Mädchen — stickte hervorragend, und meine Cousine nahm bei ihr Unterricht. Man wollte nicht, daß ich daran teilnahm. Ich wäre noch zu jung, und meine Neugierde würde ihre Fortschritte gehindert haben. So verbrachte ich täglich etliche Stunden ganz für mich und bewunderte im Übrigen die Fortschritte ihrer geschickten Nadel. Ich fühlte mich ausgeschlossen und ärgerte mich, daß ich an ihrer Gemeinsamkeit nicht teilnehmen durfte. Auch war meine Neugierde lebhaft erwacht. Diese Neugierde eines Mädchens ist ein Dämon, der sein Opfer auf das heftigste quält und sich durch nichts beruhigen läßt.
Eines Tages, als ich allein im Hause weilte — meine Tante war mit Isabelle und Justine ausgegangen —, schlüpfte ich unbemerkt in deren Gemach, um zusehen, ob ich nicht entdecken konnte, was diese beiden den ganzen Nachmittag trieben. Ich entdeckte in dem Alkoven, in dem Justine schlief eine geheime Tür, die sich nur mit Mühe öffnen ließ und die in eine dunkle Kammer führte, die mit alten Möbeln aller Art vollgestopft war. Es führte nur ein schmales Gäßchen hindurch und zu einer gegenüberliegenden Tür, die sich auf eine schmale Treppe öffnete. Neugierig wie ich war, folgte ich dieser und befand mich alsbald auf einem kleinen Hof, von wo aus man in eine menschenleere Gasse gelangen konnte.
Meine Tante glaubte natürlich, daß ihre Wohnung fest verschlossen sei. Doch während sie die Schlüssel in Händen hatte, war es der klugen Justine gelungen, ein Mittel zu finden, nach Belieben zu kommen und zu gehen. Neugierig wie ich war, benützte ich die Gelegenheit, um eine Lücke in der Wand, eine Ritze oder etwas dergleichen ausfindig zu machen, durch die ich Justines Zimmer und vor allem den Alkoven im Auge behalten konnte. Doch so sehr ich mich anstrengte, ich fand keine geeignete Öffnung. Da holte ich ein kleines Messer und bohrte ein Loch in die Tür, das groß genug war, meine Neugierde zu befriedigen. Ich war mit meiner Tat sehr zufrieden und zog mich in mein Zimmer zurück. Ich hatte wohl bemerkt, daß Isabelle zumeist nach dem Essen in Justines Zimmer verschwand.
An einem der nächsten Tage, als meine Tante den Nachmittag bei einer Freundin verbrachte, wo sie sich in irgendeiner Angelegenheit länger aufhalten wollte, sagte mir Isabelle, daß sie etliche neue Stiche lernen wolle. Ich könne mich in der Zwischenzeit mit den Nachbarkindern unterhalten oder mich sonst nach meinem Gutdünken beschäftigen. Ich benützte die Gelegenheit und tat so, als wollte ich wirklich in der Nachbarschaft einen Besuch machen. Doch ich schlich mich leise in Justines Zimmer, als diese meiner Tante bei der Toilette half, und verbarg mich in der dunklen Möbelkammer. Meine Augen hielt ich auf die Öffnung gerichtet, die ich mit so viel Sorgfalt vorbereitet hatte. Es dauerte nicht lange, so kam meine Cousine herein und nahm eine Stickerei zur Hand. Ich dachte schon, daß ich einen höchst langweiligen Nachmittag verbringen würde, und bereute meine Neugierde, die mich in diese unerfreuliche Situation gebracht hatte. Nach einiger Zeit kam Justine, und ich hörte meine Tante noch fragen, wo ich wäre. Ich spürte mein Herz bis zum Hals klopfen, doch Isabelle antwortete ganz ruhig, daß ich hinuntergegangen sei, um mich mit den Nachbarkindern zu vergnügen. Die Tante fragte nicht weiter, und da sie ihre Tochter so nützlich beschäftigt sah, verließ sie beruhigt das Haus.
Ich beobachtete durch meine Öffnung, wie die beiden sich vom Fenster aus überzeugten, daß meine Tante wirklich fort ging. Darauf schob Justine den Riegel vor, öffnete die Tür zu meiner Kammer, und während ich mich zitternd vor einer möglichen Entdeckung tiefer zwischen die Möbelstücke verkroch, vergewisserte sie sich, daß diese Kammer leer war. Sie öffnete noch den Riegel an der gegenüberliegenden Tür und kehrte dann beruhigt in ihr Zimmer zurück. Isabelle legte ihr Meisterwerk zur Seite und beschäftigte sich ausführlich mit ihrem Spiegelbild. Sie ordnete ihre Frisur und ließ sich von Justine ein Schönheitspflästerchen anlegen. Dann öffnete sie ihr Mieder, und Justine nahm ihre Brüste in die Hand und bewunderte deren Festigkeit und pralle Rundungen. Nach einer Weile tat Isabelle dasselbe mit Justine. Während sie noch mitten in diesen Vergnügungen waren, hörte ich Schritte auf der Treppe. Irgendjemand öffnete das kleine Pförtchen und betrat die dunkle Kammer. Wieder überkam mich die Angst vor einer Entdeckung, doch dieser Jemand durchquerte den Raum ganz ruhig und öffnete die Tür zu Justines Zimmer. Justine ließ ihn ein und schloß die Tür hinter ihm sorgfältig.
Im hellen Tageslicht konnte ich ihn erkennen. Es war ein hübscher junger Mann aus der Nachbarschaft. Er hatte meiner Tante etliche Male seine Aufwartung gemacht. Isabelles Brüste waren noch entblößt. Courbelan — so hieß der junge Mann drückte ohne viele Umstände einen Kuß darauf und umfaßte eine ihrer Brüste mit der rechten Hand, während die andere unter ihren Unterröcken verschwand. Auch Justine wurde nach einer gewissen Zeit auf dieselbe Weise behandelt. Das war recht vielversprechend. Wirklich, die Zeit würde mir in meinem Versteck nicht lang werden. Courbelan nahm schließlich Isabelle in die Arme und legte sie auf das Bett, wo er sie völlig entblößte. Ich sah ihren Leib, ihre Schenkel und sogar ihre kleine Spalte. Sie war noch kaum behaart, doch war der wenige Haarflaum, den sie dort hatte, ganz schwarz. Courbelan küßte sie und ließ einen Finger seiner rechten Hand in dieser hübschen rosigen Spalte verschwinden. Justine zog ihm die Hosen aus und enthüllte so ein langes und mächtiges Instrument, dessen Anblick mich erschauern ließ. Er wollte dieses prächtige Stück an Stelle seines Fingers verwenden, doch da hörte ich Justine sagen: „Nein, Courbelan, das erlaube ich Dir nicht. Wenn ich schwanger würde, verstünde ich mich aus der Affäre zu ziehen. Aber was, wenn mit Isabelle etwas dergleichen geschähe? Wie könntest Du Dir da wohl helfen? Aber Du kannst sie immerhin liebkosen und ihr Vergnügen bereiten. Doch ich erlaube Dir nicht, sie zu besitzen.“
Ich verstand zum Glück jedes Wort, das gesprochen wurde. Courbelan gehorchte der umsichtigen Zofe widerwillig und setzte seine Fingerspiele fort. Er kitzelte Isabelle heftig, während sie mit ihrer bloßen Hand sein riesiges Instrument umfaßte, das Justine in Freiheit gesetzt hatte. Wenige Minuten später sah ich, wie Isabelle dieselben Bewegungen machte, die ich des Nachts schon an ihr beobachtet hatte, und auch ihre Seufzer klangen ganz ähnlich. Folgerichtig schloß ich daraus, daß sie in ihrem Bett wiederholte, was Courbelan mit ihr tat.
Sie erhob sich bald darauf und überließ Justine ihren Platz. Diese hatte schon darauf gelauert wie ein Hund auf den Knochen. Sie warf sich auf das Bett, umfaßte die Lenden des Mannes und packte mit der einen Hand sein Instrument, das nichts von seiner Größe und Festigkeit verloren hatte. Es schien, als ob ihr Schoß es zur Gänze verschlingen wollte, so heftig kam sie ihm entgegen, als er schließlich in sie eindrang. Er stürzte sich über ihren Leib, seine Hände hielten ihre Brüste umfaßt, die er mit Leidenschaft küßte, und die Bewegungen seines Hinterteils ließen mich die Heftigkeit seiner Empfindungen ahnen. Meine Cousine schob ihre Hand von hinten zwischen die Schenkel von Courbelan, um ihn zu liebkosen und festzustellen, wie tief sein Instrument eingedrungen, war. Ich sah, wie sie sich alle erhitzten, bis sich Courbelan, von seinen Anstrengungen überwältigt, schließlich gehen ließ. Nach einem heftigen Schauer, der seinen ganzen Körper erschütterte, kam statt eines langen und kraftstrotzenden Instruments ein demütiges und kleingewordenes wieder zum Vorschein. Für etliche Momente blieb er erschöpft auf dem Bett ruhen. Doch der Küsse und Zärtlichkeiten war noch kein Ende. Diese erste Szene wurde bald von einer weiteren abgelöst, die mich nicht weniger erstaunte.
Courbelan fühlte sich durch die Kleider, die sie immer noch anhatten, gehindert, und brachte sie dazu, sich auszuziehen. Es dauerte nicht lange, so waren alle ganz nackt, Justine war allerdings nicht ganz so hübsch wie Isabelle. Doch sie gewann in dieser Situation. Ihr Körper war weiß, ziemlich rund und drall. Der doppelte Liebhaber gab der einen wie der anderen seiner Liebsten unzählige Küsse. Er liebkoste ihre Hinterteile, ihre Brüste und auch ihre intimsten Stellen. Alles war für ihn bereit. Das, was ich während der nächsten halben Stunde sah, entfachte in mir ein leidenschaftliches Feuer. Ihre Zärtlichkeiten begannen aufs Neue und wurden noch heftiger. Er ließ sie sich beide auf den Bauch legen und bat sie, ihre Schenkel geöffnet zu halten. Ich konnte alles sehen, was Courbelan tat. Er bewunderte sie, küßte ihren Hintern und steckte einen Finger jeder Hand zwischen ihre Schenkel. Sein Instrument befand sich wieder in jenem schwellenden Zustand, in dem ich es zuerst gesehen hatte. Und weil Justine, die das Gesicht in den Kissen verborgen hielt, es nicht bemerken konnte, begann er vorsichtig Isabelle damit zu behandeln, bis plötzlich Justine wütend aufsprang, ihn an den Beinen packte und von seinem hübschen Opfer fortzog. Ich ärgerte mich über diesen Zwischenfall, denn ich hätte gern gesehen, was weiter passierte. „Nein“, rief sie, „ich sage Dir, das wird nicht geschehen! Ich habe Dir ein dutzend Mal meine Gründe dafür auseinandergesetzt. Es ist einfach notwendig, daß Du Dich daran hältst.“
Ich sagte schon, daß ich durch mein mit soviel Geschick angebrachtes Loch alles hören und sehen konnte, was sich in dem Nachbarzimmer tat.