Die Zeit, die ich bei meiner Tante verbrachte, ging zu Ende. Meine Mutter rief mich zu sich zurück. Wir mußten uns trennen und taten es nicht ohne Bedauern. Meine Tante war ganz gerührt über meine Tränen und versprach mir, daß sie alles tun würde, um mich bald wieder bei sich zu haben.
Auch ich bedauerte meine Abreise sehr. Ach, nach all der Freizügigkeit, die ich im Hause meiner Tante genossen hatte, bedrückte mich die Langeweile bei meiner frömmlerischen Mutter, die keinen Menschen bei sich sehen wollte, umso mehr.
Doch es wurde nicht ganz so schlimm, wie erwartet. Denn ich vermochte im Haus meiner Mutter Nutzen aus allem zu ziehen, was mich der Zufall und Isabelle gelehrt hatten. Ich bereitete mir tagtäglich die wollüstigsten Sensationen, so wie Isabelle dies getan hatte, ja, ich verdoppelte meine Lust noch durch die reizvollen Bilder meiner Einbildungskraft. Ich dachte nur an Männer. Meine Gedanken und Begierden waren nur mit ihnen beschäftigt. Wenn ich sie sah, heftete ich meine Augen auf jene Gegend, wo ich das Idol ruhen wußte, das meine Phantasie so sehr entflammte. Ah, welches Feuer verbreitete sich in meinem Körper, wenn ich nur daran dachte!
Und just, als ich mich in dieser Verfassung befand, kehrte Vernol von seiner Schule zurück. Wie schön erschien er mir! Ich war fasziniert von ihm. Bis dahin war mir sein Charme entgangen. Zwar hatten wir von unserer frühesten Kindheit an eine lebhafte Freundschaft füreinander empfunden. Doch nun änderte sich unsere Situation. Er schien alle meine Begierden auf sich zu ziehen. Ein leidenschaftliches Feuer belebte meine Sinne, wenn ich ihn nur ansah. All meine Gedanken kreisten um ihn. Ich wünschte mir leidenschaftlich, an ihm jene Region aus der Nähe besichtigen zu dürfen, die zu sehen mir bei Courbelan vergönnt gewesen war. Ich wußte natürlich, daß ich zu jung war, die Begierden eines Mannes zu erwecken. Die Leiden, die Isabelle ertragen hatte, erschreckten mich. Und im Übrigen kannte ich niemanden, der seine Augen auf mich geworfen hätte. So ist es kein Wunder, daß Vernol, mit dem mich eine innige Freundschaft verband, schließlich das Ziel all meiner Wünsche wurde. Sein Zimmer war neben dem meiner Mutter, wo ich schlief. Wenn diese fromme Seele zur Kirche gegangen war, wo sie jeden Morgen zwei oder drei Stunden verbrachte, schloß ich die Tür hinter ihr ab.
Sie glaubte, wir schliefen, und ließ uns in Frieden. Doch angestachelt von meinen Begierden, eilte ich im Nachthemd, so wie ich war, in das Zimmer meines Bruders und trieb mit ihm tausend Mutwilligkeiten, während er im Bett lag. Ich neckte ihn, ich umarmte und küßte ihn und versetzte ihm leichte Schläge auf seinen festen Hintern. Er hielt wacker mit, zog mich auf sein Bett, küßte mich und bearbeitete mein Hinterteil mit der Hand, indem er mir die Schläge heimzahlte, die er von mir bekommen hatte. Dieses Spiel wiederholten wir jeden Morgen. Als er mich wieder einmal auf sein Bett warf, verschob sich mein Hemd, und ich strampelte mit meinen Beinen in der Luft. Er konnte geradewegs in meine kleine Grotte sehen. Da spreizte er meine Schenkel und legte seine Hand dazwischen. Er konnte gar nicht genug bekommen, mich zu betrachten und zu berühren. Ich ließ es ihn tun. „Ah, Rose“, sagte er, „wie verschieden wir beide doch sind“.
„Wie das?“ fragte ich scheinheilig. „Was meinst Du damit, daß wir verschieden sind?“ Ich machte meine unschuldigste Miene, während ich ihn dies fragte.
„Nun, sieh selbst“, sagte er ganz unbefangen und hob sein Hemd, so daß ich sein kleines Werkzeug sehen konnte, das augenblicklich groß und stark wurde. Ich hatte es niemals zuvor gesehen.
Scheinbar ganz harmlos, nahm ich die kleine Lanze in die Hände und betrachtete sie von allen Seiten. Ich liebkoste sie, zog ihre Spitze ein wenig aus ihrer Umgebung hervor und hatte schließlich die Genugtuung, ihn in eine heftige Erregung geraten zu sehen.
Schließlich wurde er ungeduldig, mit mir dergleichen zu tun, und bat mich: „Rose, laß mich Dich noch einmal anschauen.“
Ich tat ihm den Gefallen und legte mich wieder hin. Er zog meine Beine in die Höhe und spreizte sie. Mit großer Aufmerksamkeit betrachtete und berührte er alle Teile meiner Liebesgrotte. Aber er wußte nicht, wie er sie behandeln sollte. Er kniete über mich gebeugt auf dem Bett. Ich schob meine Hand zwischen seinen Schenkeln hindurch, um sein hübsches Kleinod aufs Neue zu liebkosen. Es belustigte mich, den roten Kopf desselben auftauchen und wieder verschwinden, zu sehen. Das Vergnügen, das ich ihm bereitete, verdoppelte das meine. Ich ruhte nicht eher, als bis ich mich seiner ganz bemächtigt hatte. Ich küßte ihn, ich verschlang ihn beinahe, ich liebkoste seinen ganzen Körper. Das Auf und Ab, das meine Hände an seinem reizvollen Spielzeug vollführten, zeitigte schließlich den gewünschten Erfolg. Es versprühte dieselbe weiß schäumende Flüssigkeit, die Courbelan in Justines Hände versprüht hatte.