Diese Situation, die für ihn ganz neu war, sein Erstaunen und seine unzweifelhafte Lust waren für mich ein köstliches Schauspiel. Seine Hand glitt zwischen meine Schenkel und ruhte dort ohne alle Bewegung. Ich legte mich wieder auf das Bett und erteilte ihm eine Lektion, die ihm völlig neu war. Alles erschien ihm außergewöhnlich und wundervoll. Ich führte ihn von einem Erstaunen zum nächsten. Ich nahm sein Instrument, ich küßte es, ich saugte daran und ließ es zur Gänze in meinem Mund verschwinden. Augenblicklich kam es wieder in jenen liebenswürdigen Zustand, in dem es zuvor gewesen war.

Bis jetzt hatte ich nicht gewagt ihm zu zeigen, was ich wirklich wünschte. Aber schließlich beraubte ich ihn im Übermaß der Erregung seines Hemdes und entledigte mich auch des meinen. Nichts verbarg mir die Reize, die die Natur ihm verliehen hatte, ich liebkoste sie alle, und er vergalt mir meine Zärtlichkeiten auf dieselbe Weise. Sein reizendes kleines Werkzeug war wieder ganz steif. Schließlich warf ich mich, von Begierde überwältigt, auf ihn und drängte es selbst in meinen Leib. Ah, wie gut mir das tat! Ich war natürlich noch eng, aber er war nicht groß. Wir stießen einander aus Leibeskräften. Schließlich ließ ich mich völlig auf ihn sinken und spürte, wie er ganz in mich eindrang. Augenblicklich erfüllte mich eine leidenschaftliche Befriedigung. Auf diese Weise verloren wir beide zugleich unsere Jungfernschaft. Ah, welche Wollust erfüllte uns dabei! Vernol wußte nicht, wie ihm geschah. Wir genossen diese reine Seligkeit bis zum Exzeß.

Die Ekstase überkam ihn. Seine Arme, die mich umklammert hielten, sanken herab. Ich verhielt meine Bewegungen und ließ mich auf ihn sinken. Ach, er ahnte wohl, daß ich in diesem Augenblick dasselbe wie er empfand.

Eng umschlungen versanken wir in jene wohltätige Ermattung, die fast so wollüstig wie die Wollust selbst ist. Doch da ich viel früher zu mir selbst zurückfand als er, sah ich mich gezwungen, ihn dazu zu bringen, daß seine Hand sich noch einmal auf eine höchst erfreuliche Weise mit mir beschäftigte.

Wir unterzogen uns in der Folge jeden Tag diesen angenehmen Übungen. Entweder kam ich in sein Bett oder er in meines. Wenn wir es ohne Gefahr der Entdeckung tun konnten, vereinten wir uns sogar im Laufe des Tages. Während der Nacht konnten wir nicht zusammenkommen, aber meine Träume waren ganz und gar von wollüstigen Bildern erfüllt, und ich opferte die Vergnügungen, die ich mir verschaffte, seinem Gedenken. Er tat in seinem Zimmer desgleichen, und am Morgen fanden wir uns zusammen, um unsere nächtlichen Phantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Natürlich wollte er wissen, aus welchen Quellen mein Wissen stammte. Doch ich wagte ihm dies nicht einzugestehen, und so verloren sich meine intimen Geständnisse in Allgemeinheiten. Erst als ich seiner Diskretion völlig sicher sein konnte, erzählte ich ihm alles. Doch ach, inmitten unserer Vergnügungen mußten wir uns trennen. Es galt Abschied zu nehmen, weil Vernol an seine Schule zurückkehren mußte. Mein Schmerz war unendlich, ich kann ihn auch nicht beschreiben. Ach, wie lang ist mir die Zeit ohne ihn geworden!

Doch nun ist er endlich zurückgekehrt.“

6. Kapitel

Nachdem Rose ihre Geschichte, die mich, soweit sie Vernol betraf sehr berührte, beendet hatte, ergriff ich das Wort.

„Du weißt nicht, mein teurer Vater“, sagte ich, „was Rose mir noch erzählt hat. Sie hat nicht gewagt, Dir dies zu eröffnen. „Liebste Laura“, sagte sie mir, „ich weiß, daß Vernol eine heftige Leidenschaft für Dich ergriffen hat. Er selbst hat es mir gestanden. Trotzdem bin ich nicht im Geringsten eifersüchtig, denn ich liebe Dich aufrichtig. Du bist schön, er ist liebenswürdig, ich werde mich freuen, Dich in seinen Armen zu sehen, ja, meine Liebe, ich werde euch selbst zusammenführen, und mein Glück wird seine Seligkeit sein!“ Ist sie nicht närrisch, die gute Rose?

Natürlich stellten wir mit Leichtigkeit fest, daß Rose das Vergnügen leidenschaftlich liebte. Wir sagten ihr das, und sie gab es zu. Die wollüstigen Bilder, die sie vor unseren Augen hatte erstehen lassen, hatten ihr Temperament enthüllt. Sie hatten aber auch ihre Wirkung auf uns nicht verfehlt. Mein Vater gab einen überzeugenden Beweis davon. Sie bemächtigte sich seiner Lanze, und um uns die Macht der Verführung ganz zu beweisen, wies sie diesem liebenswürdigen Objekt selbst den Weg. Sie ruhte nicht eher, als bis sich die Seufzer unserer Lust vermischten. Sie erreichte dieses reizvolle Ziel als erste, und während sie meinen Vater festhielt, rief sie: „Bezeuge mir dasselbe Vertrauen, das ich euch entgegenbrachte. Was wir drei hier getan haben, hat mir die Augen geöffnet und mir die Freiheit gegeben, euch alles zu schildern, was ich mit Vernol getan habe.“