Ich warf mich auf ihn und überschüttete ihn mit Zärtlichkeiten. Rose bereitete seinem Instrument den Weg und öffnete meine Lenden für Vernol. Sie benetzte die Spitze seiner Lanze und die Öffnung, durch die diese eindringen sollte. Dann nahm sie dieselbe Stellung wie vorhin ein und liebkoste die Schenkel und Hoden von Vernol, während sie gleichzeitig meine Klitoris kitzelte. Ihr wurde ein ganz ähnlicher Dienst von meinem Vater erwiesen. Die unaussprechlichsten Wonnen kündigten sich an, wir flogen ihnen entgegen.
Ah, dieses Gefühl! Es kam uns allen, wir waren überflutet, der süße Saft der Wollust verströmte. Den lebhaftesten Sensationen ausgeliefert, verfiel ich in konvulsivische Zuckungen.
Doch bald darauf herrschte ein nicht minder wollüstiger Zustand der Ruhe. Auf die Reizung, die ich an all meinen empfindsamen Teilen erfahren hatte, folgte ein Zustand unbeschreiblicher Wonne. Ich kann diesen Tag nur mit jenem vergleichen, an dem ich meine Jungfernschaft verloren hatte.
Endlich begaben wir uns zur Ruhe. Erschöpft sanken wir auf das Lager, um uns zu erholen. Ah, welch ein Tag, welch eine Nacht!
7. Kapitel
Nachdem wir wieder in die Stadt zurückgekehrt waren, bedrängte Rose mich mehrere Tage lang, diese Szene zu wiederholen. Doch ich wollte nichts davon hören. Einmal paßte mir ihre Selbstgefälligkeit nicht, zum andern erschien es mir geschmacklos, etwas Derartiges zu tun, wenn mein Vater nicht dabei war. Meine Vorliebe für Vernol, die nur von meinen Augen und meinen Sinnen ausgegangen war, ohne daß das Herz daran beteiligt gewesen wäre, minderte sich von Tag zu Tag. Schließlich konnte ich nur noch mit Bedauern an diese Vorliebe denken. Leidenschaftlicher denn je kehrte ich zum Gegenstand meiner ersten Liebe zurück. Meine Bindung an ihn nahm — weit entfernt davon, sich zu verringern — neue Formen an. Ich betrachtete meinen väterlichen Geliebten als einen außergewöhnlichen und einmaligen Mann, als einen wahren Philosophen, dessen Liebenswürdigkeit aber gleichzeitig imstande war, jedes Herz zu erobern. Ich liebte ihn, ich betete ihn an.
Ah, teure Eugenie, wie wundervoll sind diese Eigenschaften der Seele, die uns einen Menschen liebenswert erscheinen lassen, die uns unabhängig vom Schrei der Sinne an ihn fesseln! Wieder war ich der einzige Gegenstand seiner Neigung, so wie er der Mittelpunkt meines Herzens war. Die folgenden Ereignisse ließen alle anderen Bindungen, die ich damals schon lösen wollte, vollends vergehen.
Ein Abenteuer, bei dem Rose mit viel Unklugheit und Keckheit mehrere Lanzen brach, entfremdete mich ihr und Vernol zusehends. Ich entdeckte bei dieser Gelegenheit, daß in ihren Herzen kein Raum für delikate Gefühle war. Weder er noch sie hatten etwas anderes als die gewöhnlichsten Leidenschaften im Kopf und das auf eine höchst indiskrete Weise. Diese Eigenschaften, die sich mit den meinen so wenig vertrugen, entfremdeten mich ihnen weitgehend. Ich sah sie in der Folge nicht mehr so häufig. Sie suchten ihrerseits alle Vergnügungen, deren sie habhaft werden konnten. Sie pflegten täglich zusammen zu promenieren, und bei dieser Gelegenheit führte Vernol Rose eines Tages in einen öffentlichen Garten. Dort traf er vier seiner Freunde. Der älteste war kaum zwanzig. Man neckte sich, jubelte, und Umarmungen und neugierige Fragen wurden getauscht. „Wo kommst Du her?“ „Was machst Du?“ „Wohin gehst Du?“ „Wer ist denn diese Schöne?“
Die Antwort auf diese letzte Frage gab den jungen Leuten Gelegenheit, eine Unzahl von Komplimenten auf Rose loszulassen, die davon sichtlich beeindruckt war.
Der älteste der Gesellschaft beschloß alsbald, Vernol zu einem Ausflug zu gewinnen. Vernol machte keine Einwendungen und noch weniger Rose. Sie brachen also auf.