Du möchtest etwas wissen, Du schwankst, Du versuchst mich zu fragen und wagst es nicht. Schließlich nimmst Du Deinen Mut zusammen und fragst mich, ob ich diese Vergnügen denn kenne und ob sie wirklich so groß seien, wie Du gehört habest. Ich gestehe Dir das ein und zeichne Dir ein reizendes Bild davon, das Dich entzückt, ohne Dich zu überzeugen.

„Du mußt diese Wonnen kennen lernen“, rief ich. „Wie? Du bist siebzehn Jahre alt und kennst sie nicht? Wenn Du willst, werde ich Dich wenigstens einige davon kosten lassen.“

Deine Neugier und Dein Verlangen, das meine Zärtlichkeiten in Dir erweckt hatten, ließen Dich zustimmen. Der Eifer, Dich meinerseits zu trösten und Dich von den Schatten Deiner Unwissenheit zu befreien, linderte meinen Schmerz. Du warst für meine Lockungen bereit. Ich breitete Deine Schenkel aus, ich liebkoste die Lippen Deiner kleinen Grotte, die wie frische Rosen waren. Doch noch wagte ich meinen Finger nicht vordringen zu lassen. Du warst noch nicht genügend eingeweiht, um in dem ersten flüchtigen Schmerz eine Ahnung der Lust zu entdecken. Schließlich gewann ich den Preis der Begierde, und Deine reizende kleine Klitoris, die ich liebkoste, brachte Dich in eine leidenschaftliche Ekstase.

Ah, ihr Götter! Welch wundersame Wonne! Augenblicklich hast du mich zu Deinem Liebhaber gemacht. Du hast mich mit Küssen überhäuft. Deine Hände irrten über meinen Körper. Gar zu gern wolltest Du mir denselben Dienst erweisen, den ich Dir eben erwiesen hatte, aber mein Körper war noch zu sehr vom Schmerz überschattet. So widerstand ich den Bemühungen Deiner zärtlichen Hände. Doch nahm ich Dich in die Arme und wiederholte meine Zärtlichkeiten. Es dauerte nicht lange, so warst Du wieder in jenem Zustand der Erregung. Ich konnte Dich mühelos überreden.

„Nun gut“, sagtest Du mir mit dieser reizenden Lebhaftigkeit, die ich so an Dir schätze. „Mach mit mir, was Du willst.“

Ich liebkoste Deine kleine Grotte aufs neue und ließ dann meinen Finger behutsam eindringen, während ich Dich mit der anderen Hand kitzelte. Das Vergnügen erschien Dir, da es mit einem süßen Schmerz vermischt war, noch einmal so lebhaft. So bin ich also jene glückliche Sterbliche geworden, die Deine Jungfernschaft, diese kostbare und seltene Blüte der Frauen, gepflückt hat.

Nachdem ich mit Dir so vertraut geworden war, zögerte ich nicht, Dir mein Herz ganz zu öffnen, um Dich Schritt um Schritt auf jenem Weg der Wollust weiterzuführen. Meine Hand war es, die dich von den Hemmnissen Deiner Unwissenheit und den Vorurteilen eines Kindes befreite. Die Furcht vor einer Schwangerschaft konnte Dir nichts mehr anhaben, ich habe Dich durch meine Erfahrung belehrt. So verdankt mir Dein Liebhaber den ersten Schritt zu seinem und Deinem Glück.

„Aber ach“, klagtest Du mir, „all diese Dogmen, die man mir in meiner Kindheit eingeimpft hat, die Gelöbnisse, die man mir diktierte, dieser Schleier, den man mir aufgezwungen hat, alles widersetzt sich meinem Glück.“ Aber meine Liebe, meine Vorbereitungen und mein Beistand haben diese Vorurteile abgeschwächt und alle Hindernisse beseitigt.

Du verdankst mir den Frieden Deines Geistes und die Gesellschaft, derer Du Dich erfreust: Vor allem aber verdankt mir Dein Liebhaber seinen Sieg. Meine Freundschaft hat euch beiden gedient. Doch zuvor mußte ich mich überzeugen, daß Valsay, der Deinem Herzen so teuer war, Deine Liebe auch verdiente. Du weißt, daß diese Fürsorge nicht einem einzigen Tag entsprungen ist. Eine kultivierte Frau mit Taktgefühl wird immer imstande sein, das Herz eines Mannes zu durchdringen, trotz aller Täuschungsmanöver und aller Doppelzüngigkeit, hinter denen er sich zu verbergen suchen mag. Aber ich war mit Valsay zufrieden. Er gefiel mir gut genug, so daß ich es wagte, alles auf mich zu nehmen, um Dein Verlangen nach ihm zu befriedigen. Ohne meinen Beistand würden Deine Schwäche und Schüchternheit die Hindernisse, die euch trennten, nie überwunden haben. Erinnere Dich an jenen Tag, da Dein Geliebter Dich auf das leidenschaftlichste bedrängte, ihn glücklich zu machen. Ich sekundierte ihm mit all meiner Kraft. Du hast Dich verteidigt, während Du ihn doch begehrtest. Du hast ihm Gründe entgegengesetzt, die Dir stark genug erschienen. Du hast ihm Hindernisse vor Augen geführt, die in Deinen Augen unwiderstehlich waren. Ich hatte Mitleid mit ihm. Ich sah das Feuer der Begierde in ihm und Dir glühen. Der Augenblick erschien mir günstig, und so beschloß ich, zu Deinem Glück beizutragen.

„Nun gut“, sagte ich Dir, „ich werde alles überwinden. Valsay, man wird Dich als undankbar tadeln, wenn Du meine Bemühungen nicht zu würdigen weißt.“