Ich will im Vorübergehen bemerken, daß die Form der Weihen bei den Hebräern sonderbar war. Moses machte seinen Bruder Aaron zum Hohenpriester. Dazu entkehlte er einen Widder, tauchte seinen Finger in das Blut und fuhr mit ihm über Aarons rechte Ohrmuschel und über seinen rechten Daumen.

Wenn man heutigentags den Kardinal Rohan, den Bischof von Senlis in der Kapelle weihen und ihn mit dem Finger ganz warmes Blut auf das Ohrläppchen streichen sieht[21)], kann man nicht mehr umhin, sich die Gravüre des Abbé Dubois zur Zeit der Regentschaft ins Gedächtnis zurückzurufen, man sieht ihn zu Füßen eines Mädchens knien, die von dem unreinen Ausfluß nimmt, der die Weiber alle Monate quält, um ihm damit die Priestermütze rot anzustreichen und ihn zum Kardinal zu machen.

Das ganze fünfzehnte Kapitel des Levitikus handelt von nichts anderem wie der Gonorrhoe, unter der die Hebräer sehr zu leiden hatten. Gonorrhoe und Lepra waren ihre minder unangenehmen Unreinheiten; und sie hatten ihrer wirklich mehr als genug, als daß sie sich noch so viele zu erdenken gebraucht hätten. Ein Weib war zum Beispiel unreiner, wenn sie ein Mädchen zur Welt gebracht hatte als einen Jungen[22)]. Das ist eine ebensowenig vernünftige wie seltsame Eigentümlichkeit.

Die Hebräer trieben mit Dämonen unter Ziegengestalt[23)] Hurerei; diese ungehobelten Dämonen machten da von einer elenden Verwandlung Gebrauch.

Ein Sohn lag bei seiner Mutter und leistete seinem Vater Beistand[24)]; wir befinden uns noch nicht auf dieser Stufe der Sohnesliebe. Ein Bruder sah ohne Gewissensbisse seine Schwester in der tiefsten Vertraulichkeit[25)].

Ein Großvater wohnte seiner Enkeltochter bei[26)]; das war nicht sehr anakreontisch.

Man schlief bei seiner Tante[27)], bei seiner Schwieger[28)], seiner Stiefschwester[29)], was da nur kleine Sünden waren; endlich erfreute man sich seiner eigenen Tochter[30)].

Die Männer befleckten sich selber vor dem Molochstandbild[31)]; später fand man, daß dieser leblose Samen der Statue unwürdig sei; man machte ein Ende damit, indem man ihr ein neugeborenes Kind als Opfer darbot.

Wie die Pagen der Regentschaft dienten die Männer sich untereinander als Weiber[32)].

Sie benutzten alle Tiere [33)], und das schöne Geschlecht ließ sich von Esel, Maultieren usw.[34)] befriedigen. Was um so unsittlicher war, als man den Priesterstamm dahin entwickelt zu haben schien, daß er die schlecht versorgten Weiber für sich einnehmen mußte. Man nahm unter die Leviten keine Hinkenden, Verwachsenen, Triefäugigen, Leprösen auf, ebenso keine Menschen, die eine zu kleine, schiefe Nase hatten, man mußte eine schöne Nase besitzen[35)].