Der Minister begriff sofort das alberne Wortspiel: bête à miel und
bête Amiel. 'Da hast du etwas dafür!' rief er empört und gab dem
Erfinder des Calembourgs eine Ohrfeige, gegen welche die meinige eine
Liebkosung gewesen war.
'Sehr gut!' sagte der Knabe, dem das Ohr blutete.
'Weiter! und mach es kurz!' befahl der Vater, 'damit du mir aus den
Augen kommst!'
'—In diesem Augenblick trat Père Amiel ein, schritt auf und nieder, beschnüffelte die Tafel, verstand und tat dergleichen, der Schäker, als ob er nicht verstünde. Aber: 'Bête Amiel! dummer Amiel!'scholl es erst vereinzelt, dann aus mehreren Bänken, dann vollstimmig, 'bête Amiel! dummer Amiel!'
Da—Schrecken—wurde die Tür aufgerissen. Es war der reissende Wolf, der Père Tellier. Er hatte durch die Korridore spioniert und zeigte jetzt seine teuflische Fratze.
'Wer hat das gezeichnet?'
'Ich', antwortete Julian fest. Er hatte sich die Ohren verhalten, seine Lektion zu studieren fortfahrend, und verstand und begriff, wie er ja überhaupt so schwer begreift, nichts von nichts.
'Wer hat das geschrieben?'
'Ich', sagte Julian.
Der Wolf tat einen Sprung gegen ihn, riss den Verblüfften empor, presste ihn an sich, ergriff einen Bücherriemen und—' Dem Erzählenden versagte das Wort.