"Hast du denn gar kein Ehrgefühl? Die Berührung mit der Zivilisation richtet dich zugrunde—du säufst wie ein Christ!"

"Nicht saufen, Gnaden! Schön Spiel, einzig Spiel! J-aß!" Er riß eine solche Grimasse und verdrehte die Augen mit so leidenschaftlicher Inbrunst, daß Pfannenstiel, der, wie oft die unschuldigen Menschen, viel Sinn für das Komische und überdies jetzt etwas gespannte Nerven hatte, in ein vernehmliches Gekicher ausbrach, welches er mit aller Gewalt nicht unterdrücken konnte.

Seine Gegenwart verraten sehend, trat der Kandidat, da er nicht wie eine überraschte Dryade in die Eiche hineinschlüpfen konnte, verschämt hinter derselben hervor und näherte sich dem General mit wiederholten verlegenen Bücklingen.

"Was will denn Er hier?" fragte dieser gedehnt und maß ihn vom Wirbel bis zur Zehe: "Wer ist Er?"

"Ich bin der Vetter… des Vetters… vom Vetter…" stotterte der
Angeredete.

Der General runzelte die Stirne.

"Mein Vater war ein Pfannenstiel und meine Mutter ist eine selige
Kollenbutz…"

"Will Er mir seinen ganzen verfluchten Stammbaum explizieren? Was Vetter? Mein Bruder ist Er—alle Menschen sind Brüder! Scher Er sich zum Teufel!" und Wertmüller wandte ihm den Rücken.

Pfannenstiel regte sich nicht. Der Empfang des Generals hatte ihn versteinert.

"Fannen-stiel—", buchstabierte der Schwarze das ihm noch unbekannte
Wort, als wolle er seinen deutschen Sprachschatz bereichern.