Prawdin. Mein Name ist Prawdin, damit Sie recht hören.

Skotinin. Und wo geboren, mein Herr? Wo liegen Ihre Dörfer?

Prawdin. Ich bin in Moskau geboren, wenn es Ihnen zu wissen not thut, und meine Dörfer liegen in diesem Bezirk.

Skotinin. Und darf ich fragen, mein Herr – Ihr und Ihres Vaters Vorname ist mir unbekannt – ob es in Ihren Dörfern Schweinchen gibt?

Frau Prostakowa. Fange doch nicht an, von Schweinen zu sprechen, Bruder! Wollen wir lieber Herrn Prawdin unsre Not klagen. (Zu Prawdin.) Die Sache ist nämlich die: es war das Geheiß Gottes, daß wir dieses junge Mädchen zu uns nahmen. Nun erhält sie Briefe von Onkeln, die ihr aus jener Welt schreiben. Wollten Sie die Güte haben, uns allen diesen Brief laut vorzulesen!

Prawdin. Verzeihen Sie – ich lese niemals Briefe, ohne von deren Empfängern hierzu befugt zu sein.

Sophie. Ich bitte Sie darum, Sie werden mich sehr verbinden.

Prawdin. Wenn Sie es also befehlen ... (liest) „Liebe Nichte! Meine Geschäfte zwangen mich, mehrere Jahre fern von meinen Verwandten zu leben; die weite Entfernung beraubte mich des Vergnügens, Nachricht von ihnen zu erhalten. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Sibirien bin ich nun in Moskau. Ich kann wohl als Beispiel dienen, daß man sich durch Fleiß und Ehrlichkeit ein Vermögen erarbeiten kann. Dank diesen Mitteln und mit Hilfe des Glücks habe ich zehntausend Rubel Revenuen –“

Skotinin und beide Prostakows. Zehntausend!

Prawdin (im Lesen fortfahrend). – „Zu deren Erben ich Dich, liebe Nichte, ernenne.“