Milon (entzückt). O, da ist sie ja selber!

Zweiter Auftritt.

Die Vorigen und Sophie.

Sophie. Milon, bist du’s?

Prawdin. Welches Glück!

Milon. Die ist’s, die mein ganzes Herz beherrscht! ... Teure Sophie, sprich, wie kommt’s, daß ich dich hier treffe?

Sophie. Wieviel hab’ ich gelitten seit dem Tage unsrer Trennung! Meine gewissenlosen Verwandten –

Prawdin. Freund, laß das Fragen! es bereitet ihr nur Schmerz. Von mir wirst du erfahren, welche Roheiten –

Milon. Die Nichtswürdigen!

Sophie. Heute übrigens hat die Frau vom Hause zum erstenmal mir gegenüber einen andern Ton angeschlagen. Als sie erfuhr, daß mich der Onkel zu seiner Erbin eingesetzt, verfiel sie aus Grobheit und Zanksucht in kriechende Liebenswürdigkeit, und ich ersehe aus allen ihren Anspielungen, daß sie mich ihrem Sohne als Braut zugedacht hat.