Zur Fahrt in bessre Fluten aufgezogen
Hat seine Segel meines Geistes Kahn,
Und läßt nun hinter sich so grimme Wogen.
Zum zweiten Reiche hin geht seine Bahn,
Wohin zur Reinigung die Geister schweben,
Um würdig dann dem Himmelreich zu nahn.
Doch hier mag sich die tote Dichtung heben,
O heilge Musen, da ich euer bin!
Hier mög empor Kalliopeia streben!
Sie folge mir mit jenem Ton dahin,
Des Streich, die armen Elstern einst erschreckend,
Verzweiflung bracht in ihren stolzen Sinn.
Des Saphirs holde Farbe, ganz bedeckend
Des reinen Äthers heiteres Gebäu
Und bis zum ersten Kreise sich erstreckend,
Erschuf vor mir der Augen Wonne neu,
Sobald ich jetzt der toten Luft entklommen,
Die Aug und Brust getrübt in Nacht und Scheu.
Der schöne Stern, der Lieb erregt, entglommen
Im Osten, hatt in Lächeln ihn verklärt,
Die Fisch umschleiernd, die mit ihm gekommen.
Dann rechts, dem andern Pole zugekehrt,
Erblickt ich eines Viergestirnes Schimmer,
Des Anschaun nur dem ersten Paar gewährt.
Der Himmel schien entzückt durch sein Geflimmer.
O du verwaistes Land, du öder Nord,
Du siehst den Glanz der schönen Lichter nimmer.
Als ich darauf vom Viergestirne fort
Ein wenig hin zum andern Pole sah,
Da war verschwunden schon der Wagen dort.
Und einen Greis, allein, sah ich mir nahe,
Der Ehrfurcht also wert an Mien und Art,
Daß mir, als obs mein Vater sei, geschähe.
Lang war, mit weißem Haar vermischt, sein Bart
Und gleich dem Haar des Haupts, das, niedersinkend
Als Doppelstreif, der Brust zur Hülle ward.
Sein Angesicht, die heilgen Strahlen trinkend
Des Viergestirnes, war so schön und klar,
Als sah ich es, vom Schein der Sonne blinkend.
"Wer seid ihr, die ihr fortflieht, wunderbar,
Aus ewger Haft, dem blinden Strom entgegen"
Er sprachs, bewegt des Bartes greises Haar,
"Wer leitet euch? Wer leuchtet euren Wegen,
Daß ihr entstiegt den Schatten tiefer Nacht,
Die, ewig achwarz, der Hölle Täler hegend
Verlor des Abgrunds Satzung ihre Macht?
Hat neuer Ratschluß durch der Hölle Pforte
Verdammt in meine Grotten hergebracht?"—
Hier fühlt ich mich erfaßt von meinem Horte,
Und ehrerbietig macht er Braun und Knie
Mir alsogleich mit Hand und Wink und Worte
Und sprach: "Nicht durch mich selber bin ich hie;
Ein Weib kam bittend aus den höchsten Sphären,
Darob ich diesem mein Geleit verlieh.
Doch das dein Will ist, daß ich dich belehren
Von unserm wahren Zustand soll, wie mag
Mein Will ein andrer sein, als zu gewähren!
Nicht sahe dieser noch den letzten Tag,
Doch war er nah ihm, so vom Wahn verblendet,
Daß er gewiß in kurzer Frist erlag.
Um ihn zu retten, ward ich abgesendet,
Und hierzu fand ich diesen Weg nur gut,
Auf welchem ich mich jetzt hierher gewendet.
Ich zeigt ihm schon der Sünder ganze Brut,
Nun aber ist er die zu sehn bereitet,
Die hier sich läutern unter deiner Hut.
Lang wärs zu sagen, wie ich ihn begleitet.
Kraft kam von oben, helfend, daß ich ihn,
Um dich zu hören und zu sehn, geleitet.
Laß dirs gefallen, daß er hier erschien.
Er sucht die Freiheit—wie sie wert zu halten,
Weiß, wer um sie des Lebens sich verziehn.
Du weißts, du ließest gern sie zu erhalten,
In Utica die Hülle blutbenetzt,
Die hell am großen Tag sich wird entfalten.
Nicht ward der ewge Schluß von uns verletzt.
Er lebt und mich hält Minos nicht gefangen.
Ich bin vom Kreis, wo deine Martia jetzt,
Noch keuschen Augs, dir ausspricht das Verlangen,
O heilge Brust, als dein sie anzusehn,
Drum woll uns, ihr zuliebe, wohl empfangen.
Laß uns durch deine sieben Reiche gehn,
Dann grüß ich sie von dir in jenen Hallen,
Willst, dort erwähnt zu sein, du nicht verschmähn."
"Gefiel auch", sprach er, "Martia mir vor allen,
Da ich gelebt, so daß ich ihr erwies,
Wodurch ich irgend wußt, ihr zu gefallen,
Doch jetzt nicht mehr bewegen darf mich dies,
Da sie dort wohnt jenseits der nächtgen Wogen,
Wie festgesetzt ward, als ich sie verließ.
Doch hat ein Himmelsweib dich hergezogen,
Wie du gesagt, was brauchts da Schmeichelein?
Sie will, dies gnügt, und treulich wirds vollzogen
Drum geh, zum weitern Weg ihn einzuweihn.
Ihn muß ein Gurt von glatter Bins umschnüren,
Dann wasch ihm das Gesicht vom Schmutze rein.
Das Aug umnebelt, will sichs nicht gebühren,
Zum ersten Diener, der vom selgen Land
Herabgekommen ist, ihn hinzuführen.
Rings trägt der kleinen Insel tiefster Strand,
Wo Wog und Woge sich im Wechsel jagen,
Viel Binsen am morastig weichen Rand.
Die andern Pflanzen, welche Blätter tragen
Und sich verhärten, kommen da nicht auf,
Wos gilt, sich schmiegen, wenn die Wellen schlagen.
Doch kehrt von dort nicht rückwärts euren Lauf;
Die Sonne zeigt—seht, dort ersteht sie eben!—
Euch dann den leichtern Weg den Berg hinauf."
Hier sah ich ihn vor meinem Blick verschweben;
Stumm stand ich auf und sah auf meinen Hort,
In seinen Schutz und Willen ganz ergeben.
Er sprach: "Sohn, folge mir jetzt rückwärts. Dort
Neigt mehr und mehr die Ebene sich immer
Nach ihren letzten tiefsten Grenzen fort."
Schon trieb das Morgenrot mit lichtem Schimmer
Die Frühe vor sich her, und vom Gestad
Erkannt ich weit hinaus des Meers Geflimmer.
Nun gingen wir dahin auf ödem Pfad,
Wie wer, verirrt, zum rechten Wege schreitend,
Sein Gehn umsonst glaubt, bis er ihn betrat.
Wir sahn den Tau bald, mit der Sonne streitend,
Doch, weil er dort an schattger Stelle war,
Sich minder schnell in leichtem Dunst verbreitend.
Worauf mein Hort mit seiner Hände Paar
Sanft die zerstreuten, weichen Gräser deckte,
Drob ich, denn seinen Vorsatz nahm ich wahr,
Ihm die betränte Wang entgegenstreckte.
Rein wusch er mir die Farbe der Natur,
Die erst der Schmutz der Hölle ganz versteckte.
Nun gingen wir dahin auf öder Flur
Am Strande fort, der nie ein Schiff erblickte,
Das wieder heim zum Vaterlande fuhr.
Dort, so wie der geboten, der uns schickte,
Umgürtet er mit schwachen Binsen mich,
Und wo er nur die niedre Pflanze knickte,
Erhob sie neu aus ihrer Wurzel sich.

Zweiter Gesang

Sol war zum Horizont herabgestiegen,
Des Mittagskreis, wo er am höchsten steht,
Sieht unter sich die Feste Zions liegen.
Nacht, welche sich ihm gegenüber dreht,
War mit der Wag am Ganges vorgegangen,
Die, wenn sie zunimmt, ihrer Hand entgeht.
Drum hatten Eos weiß und rote Wangen
Dort, wo ich war, weil ihre Jugend schwand,
In hohem Gelb zu schimmern angefangen.
Wir waren noch am niedern Meeresstrand,
Und gingen, ob des fernen Wegs in Sorgen,
Im Herzen fort, indes der Körper stand.
Und wie in trüber Röte, wenn der Morgen
Sich nähert, Mars, im Westen, nah dem Meer
Sich zeigt, von dichten Dünsten fast verborgen,
So sah ich jetzt ein Licht—o säh ichs mehr!
Und eilig, wie kein Vogel je geflogen,
Glitts auf des Meeres glattem Spiegel her.
Als ich von ihm die Augen abgezogen
Ein wenig hatt und zu dem Führer sprach,
Schiens heller dann und größer ob den Wogen.
Dann auf des Lichtes beiden Seiten brach
Ein weißer Glanz hervor, und er entbrannte,
Wies näher kam, von unten nach und nach.
Mein Meister, der nach ihm sich schweigend wandte,
Solang der Flügel erstes Weiß erschien,
Rief, wie er nun den hehren Schiffer kannte:
"O eile jetzt, o eile, hinzuknien!
Sieh Gottes Engel! Falte deine Händel
Nun siehst du solche Gottes Wink vollziehen.
Sieh, er verschmäht, was Menschenwitz erfände.
Nicht Segel, Ruder nicht—sein Flügelpaar
Braucht er zur Fahrt ans ferneste Gelände.
Sieh, wies gen Himmel strebt so schön und klar!
Die Luft bewegt das ewige Gefieder,
Das nicht sich ändert wie der Menschen Haar."
Und wieder naht er sich indes und wieder
In hellerm Glanz, daß näher solchen Schein
Mein Auge nicht ertrug, drum schlug ichs nieder.
Und leicht und schnell sah ich durch ihn allein
Das Schiff des Eilands niedern Strand gewinnen,
Auch drückt es kaum die Spur den Fluten ein.
Und als ein Selger stand vor meinen Sinnen
Am Hinterteil des Schiffes Steuermann,
Und mehr als hundert Geister saßen drinnen.
"Als aus Ägypten Israel entrann";
Die Schar, gewiß, das Ufer zu erreichen,
Fing diesen Psalm einstimmgen Sanges an.
Er macht auf sie des heilgen Kreuzes Zeichen,
Drum warf sich jeder hin am Meeresbord,
Dann sah man ihn schnell, wie er kam, entweichen.
Fremd schienen alle, welche blieben, dort,
Und um sich blickend sah ich sie verweilen,
Wie den, der Neues sieht am fremden Ort.
Von allen Seiten schoß mit Feuerpfeilen
Den Tag die Sonne, die vom Meridian
Den Steinbock schon gezwungen, zu enteilen
Da hoben, die wir eben kommen sahn,
Nach uns die Stirn empor mit diesem Worte:
"Zeigt uns, dafern ihr könnt, zum Berg die Bahn."
Erwidert ward darauf von meinem Horte:
"Wißt, wenn ihr wähnt, wir wüßten hier Bescheid;
Wir sind so fremd wie ihr an diesem Orte.
Denn kurz vorher, eh ihr gekommen seid,
Sind auf so rauhem Weg wir angekommen,
Daß hier zu klimmen Spiel, nicht Müh und Leid."
Wie jene nun am Atmen wahrgenommen,
Daß ich noch lebe, schienen sie bewegt,
Ja, vor Erstaunen ängstlich und beklommen.
Und wie dem Boten, der den Ölzweig trägt,
Die Menge folgt, voll Neubegier sich pressend,
Und Tritt und Stöße sonder Scheu erträgt,
So drängten jetzt, mich mit den Augen messend,
Zu mir die hochbeglückten Seelen sich,
Beinah den Gang zur Reinigung vergessend.
Hervor trat eine jetzt, so inniglich
Mich zu umarmen, mit so holden Mienen,
Daß mein Verlangen ganz dem ihren glich.
Leere Schatten, die Gestalt nur schienen!
Dreimal halt ich die Hände hinter ihr,
Und dreimal kehrt ich zu der Brust mit ihnen.
Das Antlitz, glaub ich, malt Erstaunen mir,
Und jenen sah ich lächelnd rückwärts schweben,
Doch folgt ich ihm mit liebender Begier.
Und lieblich hört ich ihn die Stimm erheben:
"Sei ruhig!" Da erkannt ich ihn und bat,
Er möge weilen und mir Antwort geben.
"Dich lieb ich," sprach er, als ich ihn genaht,
"Wie einst im Leib, so jetzt der Haft entbunden,
Drum weil ich—doch was gehst du diesen Pfad?"
"O mein Casella, hier nur eingefunden
Hab ich mich, um zur Welt zurückzugehn.
Doch wie bist du beraubt so vieler Stunden?"
Und er: "Drob ist kein Unrecht mir geschehn.
Mußt er auch öfters mich zurückeweisen,
Der mit sich fortnimmt, wann er will und wen.
Denn sein Will ist nur der des Ewig-Weisen.
Und seit drei Monden hat er gern gewährt,
Wenn irgendwer verlangt hat, mitzureisen.
Auch mich, der ich mich zu dem Strand gekehrt,
Wo salzig wird der Tiber süße Welle,
Empfing er liebevoll, da ichs begehrt.
Jetzt schwebt er wieder hin zu jener Stelle,
Wo er vereint mit freudigem Empfang
Die, so nicht Sünde stürzt zur Nacht der Hölle."
Und ich: "Hat dir nicht jenen Liebessang,
Den du geübt, ein neu Gesetz entrissen,
Der öfters mir gestillt des Herzens Drang,
So laß mich jetzt nicht seinen Trost vermissen;
Denn meine Seele, die der Leib umflicht,
Schwebt, da sie hier erscheint, in Kümmernissen."
"Die Liebe, die zu mir im Herzen spricht
Begann er jetzt, und ach, die süße Weise
Verklingt noch jetzt in meinem Innern nicht.
Mein Herr und ich, wir standen still im Kreise
Der andern dort und alle so beglückt,
Als kennten wir kein andres Ziel der Reise,
Nur seinen Tönen horchend, hochentzückt.
Da sieh bei uns den ehrenhaften Alten:
"Was, träge Geister, ists, das euch berückt?
Nachlässige, so lang euch aufzuhalten!
Zum Berg hin, wo man frei der Hüllen wird,
Die Gottes Anblick noch euch vorenthalten!
Wie wenn, von Weizen oder Lolch gekirrt,
Die Tauben still im Stoppelfelde schmausen
Und keine mehr umherstolziert und girrt,
Dann aber, wenn erscheint, wovor sie grausen,
Sie alle jäh, mit größrer Sorg im Sinn,
Von ihrer Weid empor im Fluge brausen;
So lief die Schar der Seelen jetzt dahin,
Vom Sange fort, zum Berge sonder Weile,
Wie wer da läuft, allein nicht weiß wohin;
Wir aber folgten mit nicht mindrer Eile.

Dritter Gesang

Trieb jähe Flucht auch alles, was vereinigt
Beim Sänger war, zerstreut jetzt durch den Plan
Dem Berge zu, wo die Vernunft uns peinigt,
Doch drängt ich mich dem treuen Führer an.
Wie könnt ich ihn auch bei der Reife missen?
Wie kam ich wohl ohn ihn den Berg hinauf?
Er schien gepeinigt von Gewissensbissen.
würdig reine Seele, wie empört,
Wie quält der kleinste Fehler dein Gewissen!
Als seines Laufes Eil nun aufgehört,
Bei welcher Würd im Anstand nimmer waltet,
Da ward mein Geist, verengt erst und verstört,
Zum Streben neu erweitert und entfaltet,
Und, das Gesicht dem Berge zugewandt,
Sah ich, dem Himmel zu, ihm hochgestaltet.
Die Sonne, hinter mir in rotem Brand,
War vor mir, nach Gestaltung und Gebärde,
Gebrochen, da mein Leib ihr widerstand.
Und bang, daß ich allein gelassen werde,
Kehrt ich mich schleunig seitwärts, da ich sah,
Beschattet sei vor mir allein die Erde.
"Was argwöhnst du" begann mein Tröster da,
Zu mir gewandt, erratend, was ich dachte,
"Glaubst du, ich sei dir nicht, wie immer, nah?
Dort liegt der Leib, in dem ich Schatten machte,
An Napels Strand, den jetzt schon Nacht umflicht,
Wohin man einst von Brindisi ihn brachte.
Beschatt ich jetzt vor mir die Erde nicht,
So staune nicht darum—deckt doch der Schimmer
Des einen Himmels nie des andern Licht.
Dergleichen Körper schafft der Herr noch immer,
Damit sie dulden Hitz und Frost und Pein,
Doch wie ers macht, entschleiert er uns nimmer.
Tor, wer da hofft, er dring in alles ein
Mit der Vernunft, selbst in endlose Sphären,
Wo er, der Ewge, einer ist in drein.
Strebt, Menschen, doch das Wie nicht aufzuklären;
Denn wärs gestattet, alles zu erschaun,
Nicht brauchte dann Maria zu gebären.
Wohl mancher dürft auf seinen Geist vertrauen,
Dem noch die Sehnsucht, alles zu erkunden,
Geblieben ist zu ewiglichem Graun.
Du weißt, wo wir den Plato aufgefunden
Und manchen sonst." Er schwieg, die Stirn geneigt,
Und alle Heiterkeit schien ihm geschwunden.
Wir kamen hin, von wo man aufwärts steigt.
Dort oben ist der Fels so steil gelegen,
Daß sich kein Raum zu einem Dritte zeigt.
Der rauhste von den öden Felsenwegen
Inmitten Lerci und Turbia schmiegt
Sich sanft und leicht, stellt man ihn dem entgegen.
"Wer weiß, zu welcher Hand der Hang sich biegt."
Der Meister sprachs und hielt jetzt ein im Schreiten,
"So daß auch der hinauf kann, der nicht fliegt?"
Er ließ indes den Blick zum Boden gleiten
Und nahm im Geist des Pfades Prüfung wahr.
Doch ich sah aufwärts nach des Berges Seiten,
Und da erschien mir linksher eine Schar,
Die schien so langsam zu uns her zu schweben,
Daß kaum Bewegung zu bemerken war.
"Laß," sprach ich, "Meister, deinen Blick sich heben,
Die Rat erteilen können, nahen schon,
Dafern du nicht vermagst, ihn selbst zu geben."
Frei schaut er auf, und alle Sorgen flohn.
"Nur langsam". sprach er, "geht ihr Gang vonstatten,
Drum gehn wir hin. Getrost jetzt, süßer Sohn!"
Wir waren noch entfernt von jenen Schatten
Und ihnen etwa steinwurfweit genaht,
Als wir getan an tausend Schritte hatten.
Da drängten alle sich ans Felsgestad
Und standen still und dicht, uns zugewendet,
Wie wen Bedenken hemmt auf seinem Pfad.
"O Auserwählte, die ihr wohl geendet,"
Begann Virgil, "wie einst euch Friede jetzt,
Den, wie ich glaube, Gott euch allen spendet,
So zeigt uns des Gebirges Abhang jetzt
Und laßt uns einen Weg nach oben sehen,
Denn Zeitverlieren schmerzt den, der sie schätzt."
Gleichwie die Schäflein aus dem Stalle gehen,
Eins, zwei und drei, indessen noch verzagt
Die andern mit gebeugten Köpfen stehen,
Bis was das erste tat, nun jedes wagt,
Wenn jenes harrt, geduldig die Beschwerde
Des Drangs erträgt und nach dem Grund nicht fragt;
So sah ich jetzt von der beglückten Herde
Die vordem sich bewegen und uns nahn,
Das Antlitz züchtig, ehrbar die Gebärde.
Wie sie das Licht zur Rechten meiner Bahn
Geteilt und, als des Erdenleibes Zeichen,
Die Felsenwand von mir beschattet sahn,
Sah ich sie stehn und etwas rückwärts weichen.
Die andern wußten zwar nicht, was geschehn,
Doch alle taten sie sofort desgleichen.
"Ohn eure Frage will ich euch gestehn,
Noch einem Menschen ist der Körper eigen,
Von welchem ihr das Licht geteilt gesehn.
Doch laßt Verwunderung und Staunen schweigen;
Nicht ohne Kraft, die Gott nur geben kann,
Sucht er die schroffe Wand zu übersteigen."
Mein Hort sprachs, und die würdge Schar begann,
Uns mit der Hände Rücken Zeichen gebend:
"Kehrt wieder um und schreitet uns voran!"
Und einer drauf, zu mir die Stimm erhebend:
"Wer du auch seist, blick um, mich anzuschaun,
Besinne dich: Sahst du mich jemals lebend`?"
Ich wandt auf ihn die Augen voll Vertraun.
Blond war er, schön, von würdigen Gebärden,
Doch war gespalten eine seiner Braun.
Demütig sagt ich, daß ich ihn auf Erden
Niemals gesehn; da aber hieß er mich
Aufmerksam auf die Wund am Busen werden,
Und lächelnd sprach er dann: "Manfred bin ich!
Wenn dich zur Welt zurück die Schritte tragen,
Zu meiner Tochter geh, ich bitte dich,
Die unterm Herzen jenes Paar getragen,
Das Aragonien und Sizilien ehrt,
Ihr Wahres, wenn man andres sagt, zu sagen.
Als zweimal mich durchbohrt des Feindes Schwert,
Da übergab ich weinend meine Seele
Dem Richter, der Verzeihung gern gewährt.
Oh groß und schrecklich waren meine Fehle,
Doch groß ist Gottes Gnadenarm und faßt,
Was sich ihm zukehrt, so daß keiner fehle.
Und wenn Cosenzas Hirt, der sonder Rast,
Wie Clemens wollte, mich gejagt, dies eine
Erhabne Wort der Schrift wohl aufgefaßt,
So lägen dort noch meines Leibs Gebeine
Am Brückenkopf bei Benevent, vom Mal
Geschützt der schweren aufgehäuften Steine.
Nun netzts der Regen, dorrts der Sonnenstrahl,
Dort, wo ers hinwarf mit verlöschten Lichten,
Dem Reich entführt, entlang dem Verdetal.
Doch kann ihr Fluch die Seele nicht vernichten,
Aus welcher nicht die frohe Hoffnung weicht,
An ewger Liebe neu sich aufzurichten.
Wahr ists, daß, wer im Kirchenbann erbleicht,
War auch zuletzt in ihm die Reu entglommen,
Doch dieser Felswand Höhe nicht erreicht,
Bis dreißigmal die Zeit, seit ihm genommen
Der Kirche Segen ward, verflossen ist,
Kürzt diese Zeit nicht ab das Flehn der Frommen.
Sieh, ob du mir zum Heil gekommen bist,
Wenn du Konstanzen, wie du mich gesehen,
Entdeckst und ihr verkündest jene Frist,
Denn viel gewinnt man hier durch euer Flehen."

Vierter Gesang

Wenn etwas, was uns wohltut oder kränkt,
Uns eine Seelenkraft in Aufruhr brachte,
Und sich die Seel in diese ganz versenkt,
Dann scheints, als ob sie keiner andern achte;
Und dies beweist genugsam gegen den,
Der uns belebt von mehrern Seelen dachte.
Indem wir etwas hören oder sehn,
Was stark uns anzieht, ist die Zeit verschwunden,
Bevor wirs glauben und es uns versehn.
Denn anders wird die Kraft, die hört, empfunden,
Und anders unsrer Seele ganze Kraft;
Frei ist die erste, diese scheint gebunden.
Davon erhielt ich jetzo Wissenschaft—
Indessen ich gehorcht und stillgeschwiegen,
Weil Staunen mir die Seele hingerafft,
War fünfzig Grad die Sonn emporgestiegen,
Eh ichs bemerkt—da ward ein Ruf mir kund
Von den gesamten Seelen: "Seht die Stiegen!"
Die Öffnung, die mit einem Dorngebund,
Wenn sich die Traube bräunt, die Winzer schließen,
Ist weiter oft als hier der Felsenschlund,
Durch welchen uns die Seelen klimmen hießen.
Er vor, ich folgend, stiegen wir allein
Den Felsweg, da die ändern uns verließen.
Empor zu Bismantova und bergein
Bei Noli kann man auf den Füßen dringen,
Doch wer hier aufstrebt, muß beflügelt sein;
Ich meine, mit der großen Sehnsucht Schwingen,
Die mich dem Führer nachzog mit Gewalt,
Der Licht mir gab und Hoffnung zum Gelingen.
Wir stiegen innerhalb dem Felsenspalt,
Von ihm bedrängt, und fanden kaum mit Händen
Und Füßen unter uns am Boden Halt.
Nachdem wir aus den rauhen. schroffen Wänden
Emporgelangt zum offenen Gestad,
Da fragt ich: "Meister, sprich, wohin uns wendend"
Und er: "Mir nach, zur Höhe geht dein Pfad!
Rückwärts darf keiner deiner Schritte weichen,
Bis irgendwo ein kundger Führer naht!"
Den Gipfel konnte kaum der Blick erreichen;
Die Seite ging, stolz, senkrecht fast, hinan,
Dem Hang der Pyramide zu vergleichen.
Ich war bereits ermattet und begann:
"O süßer Vater, peinlich wird die Reife!
Schau her und sieh, daß ich nicht folgen kann!"
"Bis dorthin schleppe dich!" So sprach der Weise
Und zeigt auf einen Vorsprung nahe dort,
Von dem es schien, daß er den Berg umkreise.
Mir war ein Sporn des edlen Meisters Wort,
Mit aller Kraft die Reise fortzusetzen;
So kroch ich bis zum Bergesgürtel fort.
Und dort verweilten wir, um uns zu setzen,
Ostwärts, nach dem erklommnen Pfad gewandt,
An dem sich gern der Wandrer Blicke letzen.
Die Augen kehrt ich erst zum tiefen Strand,
Dann als ich sie zur Sonn emporgeschlagen,
Die uns zur Linken, Gluten sprühend, stand,
Da sah Virgil, daß ich des Lichtes Wagen
Anstaunte, weil er zwischen Mitternacht
Und unserm Standort schien dahinzujagen,
Und sprach: "Wenn jenem Spiegel ewger Macht
Castor und Pollux jetzt Begleiter wären,
Ihm, welcher auf- und abführt Licht und Pracht,
So würd er, kreisend näher bei den Bären,
Wenn er vom alten Weg nicht abgeirrt,
Mit seiner Glut den Zodiak verklären.
Bedenke nur, wenn dich dies Wort verwirrt,
Daß dieser Berg mit Zions heilgen Höhen
Begrenzt von einem Horizonte wird,
Doch beid auf andern Hemisphären stehen;
Die Bahn, die Phaethon, der Tor, durchreist,
Ist drum von hier zur linken Hand zu sehen,
Indes sie dorten sich zur rechten weist—
So hoff ich denn, daß du zur klaren Kenntnis,
Wenn du wohl aufgemerkt, gefördert seist."
"Gewiß, mir ward so klar noch kein Verständnis
Als hier," begann ich, "wo mir dein Beweis
Ersetzt den Mangel eigener Erkenntnis.
Der ewigen Bewegung mittler Kreis,
Den man Äquator in der Kunst benannte,
Der fest bleibt zwischen Sonn und Wintereis,
Zeigt, wie ich wohl aus deiner Red erkannte,
Sich nordwärts hier, wie ihn die Juden sahn,
Wenn sich ihr Antlitz gegen Süden wandte.
Doch sprich, wie weit hinauf geht unsre Bahn?
Denn sieh, so hoch, wie kaum die Augen kommen,
Steigt ja des Berges Gipfel himmelan."
Und er: "Wer ihn zu steigen unternommen,
trifft große Schwierigkeit an seinem Fuß,
Die kleiner wird, je mehr man aufgeklommen.
Drum, wird dir erst die Mühe zum Genuß,
Erscheint dirs dann so leicht, emporzusteigen,
Als gings im Kahn hinab den muntern Fluß,
Dann wird sich bald das Ziel des Weges zeigen,
Dann wirst du sanft von deinen Mühen ruhn.
Dies ist gewiß, vom andern will ich schweigen."
Er sprachs, und eine Stimm ertönte nun
Ganz nah bei uns: "Eh ihr so weit gegangen,
Wird euch vielleicht zu sitzen nötig tun."
Wir sahn dorthin, woher die Wort erklangen,
Und linkshin lag ein Felsenblock uns nah,
Der bis dahin mir und auch ihm entgangen.
Hin schritten wir und fanden Leute da
Verdeckt vom Felsen und in seinem Schatten,
In welchen ich ein Bild der Trägheit sah.
Und einer, wie im gänzlichen Ermatten,
Saß dorten und umarmte seine Knie,
Die das gesunkne Haupt inmitten hatten.
"Der ist gewiß der Faulheit Bruder! sieh,"
Begann ich, "sieh nur hin, mein süßer Leiter,
Denn sicher sahst du einen Trägern nie."
Da kehrt er sich zu mir und dem Begleiter,
Hob, doch nur bis zum Schenkel, das Gesicht
Und sprach: "Bist du so stark, so geh nur weiter."
Und da erkannt ich ihn und säumte nicht,
Noch atemlos vom Klettern, vorzustreben
Bis hin zu ihm, und sah ihn, als ich dicht
Schon bei ihm stand, das Haupt kaum merkbar heben.
"Zur Linken fährt der Sonnenwagen fort,"
Begann er nun, "hast du wohl acht gegeben?"
Ich mußte lächeln bei dem kurzen Wort
Und bei den faulen, langsamen Gebärden;
Worauf ich sprach: "Belaqua, dieser Ort
Bezeugt mir deutlich, du wirst selig werden.
Doch sprich: harrst du des Führers sitzend hier?
Wie? oder treibst dus hier noch wie auf Erden?"
"Bruder," sprach er, "was hilft das Steigen mir?
Ich würde doch zur Qual nicht kommen sollen,
Denn Gottes Pförtner weist mich weg von ihr.
Hier außen muß um mich der Himmel rollen,
So oft als er im Leben tat, da spät
Und erst im Tod mein Herz bereuen wollen,
Wenn mir nicht früher beispringt das Gebet,
Das sich aus gläubger Brust emporgerungen.
Was hülf ein andres, da es Gott verschmäht?"
Schon war vor mir Virgil hinaufgedrungen,
Und rief: "Jetzt komm, schon hat in lichter Pracht
Die Sonne sich zum Mittagskreis geschwungen,
Und Mauritanien deckt der Fuß der Nacht."

Fünfter Gesang

Schon hatt ich, auf der Spur des Führers steigend,
Mich ganz von jenen Seelen abgewandt,
Als ein, auf mich mit ihrem Finger zeigend,
Mir nachrief: "Seht den untern linker Hand
Die Sonne teilen und den Grund beschatten
Und tun, als lebt er noch in jenem Land."
Sobald mein Ohr erreicht die Töne hatten,
Kehrt ich mich ihnen zu, und jene sahn
Erstaunt nur mich, nur mich und meinen Schatten.
Da sprach Virgil: "Was zieht dich also an,
Daß du den Gang zum Gipfel aufgeschoben"
Und jenes Flüstern, was hat dirs getan?
Was man auch spreche, folge mir nach oben!
Steh wie ein fester Turm, des stolzes Haupt
Nie wankend ragt, wenn auch die Winde toben.
Das Ziel entweicht, dem man sich nah geglaubt,
Wenn sich Gedanken und Gedanken jagen
Und einer stets die Kraft dem andern raubt."
"Ich komme schon!" Was könnt ich anders sagen,
Da mich mein Fehler zum Erröten zwang,
Das oft mir schon Verzeihung eingetragen?
Indessen sahn wir quer am Bergeshang
Nah vor uns eine Schar von Seelen kommen,
Die Vers für Vers ihr Miserere sang.
Wie sie an meinem Leibe wahrgenommen,
Daß er den Strahlen undurchdringlich sei,
Da ward ihr Sang zum Oh! lang und beklommen.
Und, gleich Gesandten, kamen ihrer zwei,
Uns beide zu befragen, wer wir wären,
In vollem Laufe bis zu uns herbei.
Da rief Virgil: "Ihr könnt zurückekehren.
Sein Leib ist wirklich ganz von Fleisch und Bein,
Und solches mögt ihr jenen dort erklären.
Und wenn sie, wie ich glaube, dort allein,
Um seinen Schatten anzusehn, verweilen,
So wissen sie genug, um froh zu sein."
Und schnell hingleitend, wie, gleich Feuerpfeilen,
Entflammte Dünste, wenn die Nacht beginnt,
Durchs heitere Gewölb des Himmels eilen;
So kehrten sie empor, um dann geschwind
Sich mit den andern nach uns umzudrehen,
Gleich einer Schar, die ohne Zaum entrinnt.
"Sieh, viele kommen jetzt, dich anzuflehen,
In dichtem Drang," so sprach mein Meister drauf,
"Doch geh nur immer fort und horch im Gehen."
"O du, der du zum Heil den Berg herauf
Die Glieder trägst, die immer dich umfingen,"
So riefen sie, "hemm etwas deinen Lauf.
Sieh, um zur Welt von uns Bericht zu bringen,
Uns an—erkennst du Antlitz und Gestalt?
Was weilst du nicht? Was eilst du, vorzudringen?
Getötet sind wir alle durch Gewalt.
Der Sünd uns bis zur letzten Stunde weihend,
Allein im Tod von Himmelsglanz umwallt,
Verstarben wir, bereuend und verzeihend,
Und fühlten Gottes Frieden und das Licht,
Nach seinem Anschaun Sehnsucht uns verleihend."
Und ich: "Zwar kenn ich keinen von Gesicht,
Doch fordert nur, ihr, die ihr wohl geboren,
Und das, was ich vermag, verweigr ich nicht.
Bei jenem Frieden sei es euch beschworen,
Den ich, fortklimmend auf des Führers Spur,
Von Welt zu Welt, zum Ziele mir erkoren."
Darauf begann der eine: "Hindert nur
Nicht Ohnmacht deinen Willen, so vertrauen
Wir dem, was du versprachst, auch ohne Schwur.
Und solltest du, ein Lebender, die Auen
Der Mark Ankona jemals wiedersehn
So will ich fest auf deine Güte bauen.
Laß die von Fano gläubig für mich flehn,
Daß mir gestatten himmlische Gewalten,
Zur Reinigung von schwerer Schuld zu gehn.
Von dort war ich—allein die tiefen Spalten,
Woraus das Blut, in dem ich lebte, floß,
Hab ich in Paduas Bezirk erhalten,
Des Schoß mich, den Vertrauenden, umschloß.
Zum Mord hatt Este den Befehl gegeben,
Der mehr der Gall, als Recht, auf mich ergoß.
Den Mordstahl sah ich bei Oriac sich heben,
Doch wenn ich Mira mir zur Flucht erkor,
So würd ich dort noch, wo man atmet, leben.
Ich lief zum Sumpf, und dort, in Schlamm und Rohr,
Verstrickt ich mich und fiel und sah die Erde
Rings um mich her gemacht zum blutgen Moor."
Ein andrer: "Wie dein Wunsch befriedigt werde,
Des Fittich hin zum Bergesgipfel fleugt,
So kürz auch mir mitleidig die Beschwerde.
In Montefeltro hat mich Guid erzeugt;
Ach wenn Johannen noch mein Schicksal rührte,
Nicht ging ich mehr mit diesem hier gebeugt."
"Welche Gewalttat, welch Verhängnis führte,"
So sprach ich, "dich so weit vom Campaldin,
Daß niemand noch bis jetzt dein Grab erspürte."
"Oh," sprach er drauf, "am Fuß des Casentin
Strömt vor der Archian, ein Fluß, entsprungen
Beim Kloster oberhalb im Apennin.
Bis dorthin, wo sein Namenslaut verklungen,
Floh ich, durchbohrt den Hals, zu Fuße fort;
Und blutleer schon, von Todesfrost durchdrungen,
Verlor ich dorten Augenlicht und Wort,
Um in Marias Namen wohl zu enden,
Und fiel und ließ die leere Hülle dort.
Da fühlt ich mich in eines Engels Händen,
Doch schreiend fuhr ein Teufel auch herzu:
"Wie, du vom Himmel, willst mir den entwenden?
Wahr ists, was ewig ist, erbeutest du
Nur durch ein Tränlein, das ihn mir entzogen,
Doch gönn ich nun dem andern keine Ruh."
Du weißt, wenn feuchten Dunst emporgezogen
Die Sonne hat, so stürzt er, wenn ihn dann
Die Kälte faßt, zurück in Regenwogen.
Zum Willen nun, der stets nur Böses sann,
Fügt er Verstand, und Rauch und Sturm erregte
Die Kraft in ihm, die sie erregen kann.
Als drauf der Tag erloschen war, belegte
Er Pratomagnos Tal mit schwarzem Duft,
Der vom Gebirg sich drohend herbewegte.
Zu Fluten wurde nun die schwangre Luft,
Zum Strombett rann, was von den Regengüssen
Der Grund nicht trank, hervor aus Tal und Kluft.
Der Archian, gleich andern großen Flüssen,
Ergoß zum Königsstrom den Sturmeslauf,
Dem Fels und Baum zertrümmert weichen müssen.
Wie nun den starren Leib, nicht weit herauf
Von seiner Mündung, jene Flut gefunden,
Da löste sie das Kreuz am Busen auf,
Das ich gemacht, da Schmerz mich überwunden,
Und wirbelte zum Strom die träge Last.
Dort liegt sie nun im Grund, von Schlamm umwunden."
Als drauf der dritte Geist das Wort gefaßt,
Sprach er: "Wenn du, zur Welt zurückgekommen,
Erst ausgeruht vom langen Wege hast,
So laß dein Hiersein auch der Pia frommen.
Siena gebar, Maremma tilgte mich,
Und er, von dem ich einst den Ring bekommen,
Der Treue Pfand, er weiß, wie ich erblich."

Sechster Gesang