Was schwätzest du da wieder einmal, du alter, schlechter – breitschultriger Mann, sagte Emmy, indem sie die Zuckerschale auf den Tisch stellte und ihrem Gatten dabei einen leisen Schlag auf die vornübergebeugten, in der Tat ungewöhnlich breiten Schultern gab.

Schilt nur nicht auf meine Schultern, Emmy, sagte Gottlieb; du weißt, daß du es einzig und allein meinem breiten Rücken verdankst, wenn du in diesem Augenblick nicht mehr Fräulein Emmy Jäger, von der Firma Jäger, Breitkopf u. Co., sondern Frau Gas-Direktorin Roland bist.

Ah bah! sagte Emmy.

Aber, Emmy, du kannst doch nicht leugnen, daß ohne meine Schultern –

Gottlieb, du bist unausstehlich, sagte Emmy, indem sie einen schwachen Versuch machte, beleidigt auszusehen.

Sie machen uns in der Tat neugierig, sagte der Assessor Stricker, der sich längst wieder gesetzt hatte.

Was ist's mit Ihren Schultern, Roland? sagte der Leutnant von Berkenfeld.

Nichts ist, gar nichts; sagte die junge Frau eifrig; Gottlieb ist ein Schwätzer, ein Fanfaron, ein Renommist –

Nein, das geht zu weit! Ihr Herren, jetzt sollt ihr selber hören und urteilen, ob diese kleine, ein halbes Jahr alte Frau hier berechtigt ist, mich, ihren lebenslänglichen Gatten, mit solchen Ehrentiteln zu schmücken; und ob ich die Bescheidenheit verletze, wenn ich behaupte, daß ich nicht meinem Witz, nicht meinen Kenntnissen, nicht meiner Liebenswürdigkeit, sondern einzig und allein diesen meinen breiten Schultern und den Armen, die daran hängen, mein einträgliches Amt und meine unverträgliche Frau verdanke.

Lassen Sie uns hören! sagte der Assessor.