Über die bleichen Zügen ging wie ein stilles Leuchten die Erinnerung glücklicher Tage.
»Und doch ... schön,« sagte er noch einmal.
»Herr Lehrer,« sagte der Schuster dringlich und voll Angst, »Sie stehen vor den Toren der Ewigkeit. Ich bitte Sie um Ihrer Seelen Seligkeit willen, denken Sie an das eine, was not tut, denken Sie an Gott und unsern Heiland!«
»Ich danke ihm ... daß die Erde ... so schön war ...«
»Nein, nein, nicht rückwärts schauen, sondern vorwärts. ... Der Apostel Paulus schreibt ...«
Der Kranke schüttelte abwehrend den Kopf und sagte leise: »Ich weiß, an wen ich glaube ...«
Da ließ der Mann von ihm ab und beschränkte sich darauf, für seine Seele still zu beten.
Als die Sonne untergehen wollte, warf sie einen letzten Schein auf die Fenster der stillen Krankenstube, daß sie tief goldig erglänzten.
Da öffnete der Sterbende, der schon lange bewußtlos gelegen hatte, die Augen und flüsterte leise: »Marie!«
Der Schuster erschrak und wandte sich zu seiner Frau: »Immer noch diese weltlichen Gedanken! Daß so ein junges Blut gar nicht von der Welt loskommen kann ... Herr, zeige ihm dein Heil!«