Und dann wollte sie ihm ja auch erzählen. Ach ja, von ihren Brüdern und Schwestern! Davon versprach er sich nicht viel. Aber was sollte man sonst groß von ihr verlangen? Sie war ja nur ein Mädchen. Die lasen und lernten ja gar nichts mehr, wenn sie aus der Schule waren. Aber sie war doch wohl etwas anderes als die meisten ... Sie hatte ja selbst gesagt, daß sie nicht so dumm bleiben wollte. Na, was er, Peter, dazu tun konnte, das wollte er gewiß tun.


Am nächsten Morgen trug Peter einige der für den Nachmittag vorgesehenen Unterrichtsgegenstände in der Schule vor. Er hatte sich zwar die Form, in der er's ihr bringen wollte, gestern nachmittag schon einigermaßen überlegt. Aber es konnte nicht schaden, wenn er auch den Vortrag einmal praktisch durchübte.

Beim Mittagessen sagte der Schulmeister: »Kinder, es hilft nun nichts, ihr müßt gleich beide tüchtig ans Graben. Daß wir die Frühjahrssaat in die Erde kriegen!«

Peter verbarg die Freude seines Herzens unter einer gleichgültigen Maske. Aber eine Sekunde lang zuckte es doch über sein Gesicht. Marie hatte ihn heimlich auf den Fuß getreten.

»Denn kommt,« sagte der Schulmeister, »daß ich euch anweise.«

Sie holten schnell ihre Spaten aus der Scheune und folgten dem Alten. Der führte sie an die Ostgrenze des Gartens und sagte: »So, Peter, hier gräbst du. Und du, Marie, fährst dort im Westen fort, wo du angefangen hast. Jeder für sich! Daß ihr mir nicht die kostbare Zeit mit Schnacken vertrödelt!«

»Och Großvater, dürfen wir nicht zusammen arbeiten? Wir wollen auch tüchtig fleißig sein,« sagte Marie.

»Nein, Kind,« sagte der Alte bestimmt, »das hält euch nur auf. Und das schickt sich auch nicht für so'n großen Jungen und so'n großes Mädchen.«

»Das schickt sich nicht?« fragte Peter und sah den Schulmeister fast herausfordernd an.