»Nein. Ihr seid beide keine Kinder mehr. Steh nicht, Marie, und gaff'! Mach, daß du an deine Arbeit kommst!«

Sie nahm ihre Schaufel und entfernte sich, zögernd und widerwillig. Der Schulmeister ging langsam durch den Garten ins Haus zurück.

Peter hatte die Zähne aufeinandergebissen und sah ihm voll Wut nach. Nicht mal eine kleine Unterhaltung gönnte ihm der bei der Arbeit? War er, Peter, denn sein Sklave? Man sollte dem ekligen Kerl die Schaufel vor die Füße werfen und keinen Stich mehr für ihn tun.

Er sah nach dem entgegengesetzten Ende des Gartens hinüber. Marie hatte auch noch nicht angefangen zu graben. Sie blickte zu ihm herüber. Den Ausdruck ihres Gesichts konnte er bei der Entfernung nicht erkennen. Aber er sah, daß sie ärgerlich mit dem Fuße aufstampfte.

Ach was! dachte Peter, der Alte schläft. Geh einfach hin und grabe mit ihr! Aber ... »das schickt sich nicht.«

Was schickt sich nicht?

Daß er sie, die Belehrung verlangte, belehrte? Daß er ihren engen Gesichtskreis erweiterte? Warum sollte sich das nicht schicken?

Er nahm seine Schaufel und tat ein paar Schritte. Aber es stand wie eine unsichtbare Mauer zwischen ihm und ihr: »Es schickt sich nicht.«

Dem Befehl des Schulmeisters hätte er heute mit gutem Gewissen getrotzt. Aber über dieses dumme Wort kam er nicht hinweg.

Und dem Mädchen drüben ging es ebenso. Auch sie dachte daran, dem Großvater zu trotzen und zu Peter hinüber zu gehen. Aber ... »es schickt sich nicht.« Warum nicht? »Ihr seid keine Kinder mehr.« Nachdenklich sah sie vor sich hin, eine feine Röte legte sich auf ihr Gesicht; dann nahm sie die Schaufel und fing langsam an, das Erdreich herumzuwerfen.