Die Gartentür ging. »Großvater,« sagte Marie erschrocken. »Sei man nicht bange,« sagte Peter zuversichtlich, »du kannst sicher sein, daß er diesmal zufrieden ist. Was mit soviel Lust und Liebe gemacht ist ...«
Der Schulmeister kam, prüfte das Werk der beiden, erst mit den Augen auf das Aussehen, dann mit der Hand auf seine Festigkeit, und sagte dann: »Das habt ihr sehr gut gemacht, Kinder. Ich muß euch loben. Kommt, nun sollt ihr auch Kaffee haben!«
Er wandte sich, die beiden warfen sich einen frohen Blick zu und gingen als gute Gesellen nebeneinander hinter dem Alten her.
Zum dritten Male erklang das Wehgeschrei der Vogeleltern, und Peter und Marie sahen sich erschrocken an. Der Schulmeister aber hob den Kopf und fragte: »Was sind das for welche?«
»Wippsteerte,« sagte Peter hinter ihm.
»Schade,« sagte der Schulmeister, »der Wippsteert gehört auch zu den nützlichen Vogelarten.« —
»Was ist das für ein herrlicher Tag heute!« sagte sich reckend Schulmeister Wencke, als sie am Kaffeetisch saßen, auf den die Sonne bunte Kringel malte. »Man sieht's euch ordentlich an, Kinder, wie die Arbeit euch gut getan hat. Jaja, die Arbeit. Und wenn man jung ist. Wenn unsereiner nur nicht das vermuckte Reißen in den Knochen hätte! Aber etwas besser ist's auch schon als heute mittag.«
»Drinkt man düchtig Kaffee,« mahnte Mutter Wencke, die das Mittagsschläfchen gestärkt und der sonnige Maientag und die gute Laune ihres Gebieters aufgeheitert hatten. »Wenn de Putt leddig[6] is, geet[7] ick frischen up.« Sie sprach immer plattdeutsch.
Peter dachte, solch ein Maientag könnte doch beinahe alte, grämliche Schulmeistersleute wieder jung und lustig machen. Heute ging im Schulhause wirklich ein anderer Geist um.
Als sie vom Tisch aufstanden, taumelte er glücklich seine knarrende Bodentreppe hinan. Was sollte er nun bloß diesen Nachmittag anfangen?