»Weet he wat? Ick kann god mit unsen Herrn Zupperndenten. Dar gah ick morrn vor de Karktied hen. Denn, schall he man sehn, kriggt he den Deenst.«
»Scholstellen sünd upstunns genog to hewn,« sagte Peter. »Wenn ener'n god Tügnis hett, kann he sick'n Platz utsöken. Makt jo keen' Umstänn' von min'thalwen, Vader.«
»Wenn ich m'r darf erlauben ain gut gemainte Rat,« mischte sich der Handlungsreisende ein, »ich wird' gehen nit zu de Bauern, ich wird' gehen in de Schtadt zu de jebildete Lait'.«
»Di hollt keener fast,« sagte der Bauer trocken. »Dine Ort[9] könnt wi up'n Lanne nich bruken. Aber, wat ick man seggen woll,« wandte er sich wieder zu Peter, »god schall he't bi uns in Solten hewn. Wi sünd alltohopen gode Lüe.«
Der Zug pfiff, Peter mußte aussteigen.
»De Zupperndent well em woll schriewen. Und wenn he nah Solten kummt, denn frag' he man glieks nah Clas Mattens ...« rief der Alte ihm nach. »Aber deukerweg, ick weet ja noch gar nich, wat sin Nam' is, und wo he to Hus is?«
Er lehnte sich aus dem Wagenfenster und Peter rief dem Zuge, der sich schon wieder in Bewegung gesetzt hatte, seinen Namen und Wohnort nach. Dann machte er sich rüstig auf den Marsch nach Hause, wo er spät am Abend ankam. An die Begegnung in der Eisenbahn dachte er kaum wieder zurück.
Fünf Tage später bekam er ein Schreiben folgenden Wortlauts:
»Es gereicht mir zur Freude, Ihnen mitzuteilen, daß Ihre Bewerbung um den Schuldienst zu Solten, die durch den Bauern Claus Mattens an mich gelangt ist, von mir als dem Patron der genannten Stelle berücksichtigt worden ist. Ich habe Sie bereits gestern Hohem Königlichen Konsistorio präsentiert, und wird Ihre Anstellung zweifellos unverzüglich erfolgen. Es wird gut sein, wenn Sie gleich nach dem Feste sich mir vorstellen und mit den Schulverhältnissen bekannt machen wollen. Der Weg von Ihrer Heimat nach hier beträgt gute vier Stunden, was ja für einen gesunden jungen Mann eine Kleinigkeit ist. Sie müssen über Wiechel gehen.
Beerbohm, Superintendent.«