»Ick? Ne besinn' du di! Wer hett domols, as em dat verlöwt würd, Scholmester to weern, sinen Vader verspraken, dat he em helpen wull, de lütten Kinder grot to kriegen?«
»Vader!«
»Wer harr dat grote Wort, dat he sin' olen Öllern, de so väl Godes an em dan hewwt, to sick nehmen woll?«
»Vader,« sagte Peter, sich mühsam beherrschend, »ick gah nu nah Solten, wullt du mit?«
»Ick? Hähähä. Ick? Wat heww ick da to söken? In dat ole Muslock, wo nich mal een Morgen Land to hört, hä! Gah man alleen und kiek di dine Dummheit an! Hüt abend kummst du hier wedder för und halst mi aff. Weertsmann, schenk mi noch'n Lütten in! Wenn ener as Vader so'n Dämelklas van Jungen hett ...«
»Affhalen do ick di nich,« sagte Peter hart und bestimmt, »ick kann god ahn' di henfinnen, wo ick hen will.«
Der Vater stürzte eben hastig sein Glas hinunter.
»So is't recht,« fuhr Peter voll Bitterkeit fort, »sup di man düchdig enen an, daß de Lüe glieks Bescheed weten, wat de nee Scholmester för'n Vader hett. Adjüs.«
»Du verdammte Jung,« keuchte Harm Eggers und sprang in voller Wut auf. Aber er wurde von zwei Männer, die mit ihm am Tische saßen, festgehalten. Und Peter ging aufrecht und die Füße hart aufsetzend hinaus. Draußen hörte er noch, wie der Vater drinnen lärmte und fluchte, und mit schnellen Schritten eilte er davon.
Es kam ihm zwar für einen Augenblick ein leises Gefühl der Reue, daß er mit solchem pietätlosen Wort von seinem Vater geschieden war. Aber ein inneres Kindesverhältnis zu dem Manne, der in den letzten Jahren durch den Trunk immer mehr heruntergekommen war, hatte er eigentlich doch nicht mehr gehabt. Dann war es ja schließlich zu ertragen, wenn das äußerliche lose Band nun auch durchgerissen war. Und das Neue, dem er entgegenging, brachte ihn schnell über solche Gedanken hinweg.