»So is dat niemals Mode wän,« sagte Clas Mattens ernst. »Süh, Scholmester, unse Herrgott hett dat so inricht, dat't Kaiser und Könige und Edellüe und Börger und Buerslüe in de Welt giwt. Und unse Herrgott hett dat ok inricht', dat't in de Dörper Buern und Anboer und Hüsselüe[34] giwt. Dor kann he nix an ännern.«

»Will ick ok nich. Aber deshalw kann den Schoster sin doch baben sitten in de Schol.«

»Dat is Revolutschon.«

»Revolutschon!?«

»Jawoll. Wat is Revolutschon denn anners as wenn dat, wat nah ünnen hört, nah baben kummt, und wat nah baben hört, nah ünnen. So 'ne Grappen as de, dat he nu up'n Mal de Kinner anners setten well, as dat van Adam sine Tieden her begäng[35] wän is, de stammt ok van dat dulle Jahr achtunveertig.«

»Dor mögt ji woll recht hewn, Mattens Vader. Van dat Johr stammt öwerall väl Godes.«

»Godes?« Der Bauer machte ein bedenkliches Gesicht. »Scholmester, ick ra'e em god, spräk he sökke Ansichten nich vör de Lüe ut! So wat mögt wi Buern up'n Lanne nich hören.«

»Na, de Revolutschonstied hett doch för den dütschen Buernstand ok väl brocht. Dar hett de Erbuntertänigkeit uphört und ...«

»Erbuntertänigkeit? So lange as de Heide bläuht und de Wind weiht und de Hahn kreiht, sünd wi Lüneborger Buern kenen unnerdan wän as den Herrgott in sinen hogen Hewen[36]. Nee, lütte Scholmester, mit sökke Geschichten mutt he uns nich kamen! Daför sünd wi to klok, und mit den olen Demokratenkram wöt wi nix to don hewn. Ick ra'e em god, richt' he sick nah't Dörp und föhr he keene neen Moden in! Dormit schad't he sick man sülwst. Und mi ok. Ick heww em ja 'ranhalt, und wenn dat mal mit em nich so inslan schöll, as ick dat höpen[37] do, denn krieg' ick de Nackensläg.«

Claus Mattens griff nach seinem Nacken, als ob er die Schläge schon fühlte.