Dann, als der Vorhang gefallen war, stand Direktor Holderbaum vor dem ausgepfiffenen Dichter. Er gestikulierte wild mit den Händen, schrie Eberhard an und weinte fast:

„Ich habe es Ihnen gesagt: hätten Sie auf mich gehört! Aber Sie mußten — ach, dieses Unglück! — Ihr Stück herauskriegen, statt meiner Idee...“

„Ihre Idee ist ebenfalls Dreck!“ sagte Freidank grob, „gehen Sie zum Teufel mit Ihrer Idee! Ich habe genug von den Ideen...“

Mama Ambrosius war nach Hause vorausgefahren; Therese stand vor dem Theater und hatte das Spitzentuch, das den Kopf verhüllte, bis übers Gesicht gezogen, um die unwillkürlich rinnenden Tränen zu verbergen. Als Eberhard kam, tupfte sie schnell mit dem Taschentuche die Augen trocken, aber er hatte ihre Tränen schon gesehen und rief mit hellem, echtem Lachen:

„Mein Liebling! Du weinst?! Aber lache doch, Therese! Aber freu’ dich doch, mein Herz, daß nun alles klar ist und klarer, als es früher war!“

Er sandte eine Botschaft nach Hause an Mama Ambrosius, daß er mit Therese noch eine Flasche Wein trinken wollte und daß er seine Braut später wohlbehalten heimbringen werde. Dann fuhren sie, fest aneinander geschmiegt, Hand in Hand, im offenen Wagen fort. Er schlug ihr mit der freien Hand die Kopfmantille zurück und sah ihr fröhlich in die Augen:

„Gott sei Dank, Therese, nun lachst du doch wieder!“

Sie fuhren durch stillere Straßen, in denen der Tageslärm schon verhallt war, durch die warme, dunkle Sommernacht dahin. Sie waren allein, erregt von den wilden Ereignissen des Abends und erfüllt von der Freude, einander so nahe zu sein.

„Ich bin so froh, Therese!“ sagte er immer wieder. „Was kann uns anfechten, Therese, da wir jung und stark und gesund sind? Heute abend wollen wir nicht von der Zukunft sprechen, mein Liebes. Heute wollen wir uns allein unserer Liebe freuen! Aber wenn du mit mir einig bist, Therese, so weiß ich, was ich tu’!“

„Ich auch!“ sagte Therese, nun ganz getröstet, „ich auch!“