Frau Ambrosius verließ das Zimmer, Eberhard und Therese waren allein. Der junge Mann reichte dem Mädchen die Hand und sagte, während seine Augen hell lächelten:

„Ob das nun sein mußte?“

„Laß es gut sein,“ lächelte Therese vertrauensvoll zurück. „Sie meint es zuletzt doch herzensgut, die Mutter!“

„Auf Wiedersehen, Liebe!“

„Auf Wiedersehen, mein Freund!“

Unter so wenig tragischen Worten gingen sie auseinander, während sie sich warm die Hände schüttelten.

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„Liebe Therese!“ schrieb er ihr einige Tage später, „Thyssen war gestern hier. Er kam zu spät nach Berlin, um bei der Première klatschen zu helfen. Nun, er wäre ja nicht dazu gekommen! — Liebe Therese, morgen abend geht’s mit dem Nachtschnellzuge davon, nach Wien, zu Thyssens Konkurrenz! Herzinnig Dein E.“

Es war der erste Brief, den er ihr seit dem Auseinandergehen schrieb; sie hatten sich inzwischen nicht gesehen und nichts verabredet. Er erwartete auch keine Antwort auf den Brief und stand am Abende des folgenden Tages im Vorraume des Bahnhofes, immerfort zwischen Gewißheit und halben Zweifeln schwankend, ob sie wohl kommen würde. Nun trat er an den Billettschalter — sie war noch nicht erschienen — und warf noch einen Blick auf den Eingang. Da trat sie gerade ein, und ihre Augenpaare trafen sich über die Schar der Reisenden hinweg mit dem Gruße des Einverständnisses.

„Zwei Billetts nach Wien!“ forderte er, ohne sich erst überzeugt zu haben, ob sie mit ihm fahren wollte. Kaum hatte er die grünen Kärtchen in der Hand, so war auch schon Therese bei ihm und sagte lächelnd: