Freidank, der Lejkin allein stehen sah, kam mit den schwankenden Schritten des Trunkenen auf ihn zu.
„Sie haben sich mit meiner Freundin unterhalten,“ sagte er lachend, „hoffentlich haben Sie sich gut unterhalten...“
„Ausgezeichnet!“ sagte der Generaldirektor. Er war voll bebender Freude, das schöne Mädchen überredet zu haben. „Ausgezeichnet, Herr Roland! — Und wir haben uns auch noch zu unterhalten, nicht wahr? Es ist eine Kleinigkeit... Ein Geschäft... etwas der Art... Also rund heraus, Herr Roland! Nicht wahr, Sie brauchen achttausend Rubel?“
Sie sprachen flüsternd an einem der kostbar gedeckten Tischchen, während rings um sie her der Lärm der lustigen Gesellschaft tobte. Iwan Lejkin legte sein Notizbuch offen auf den Tisch und ein langes, schmales Buch, welches Scheckformulare enthielt, daneben. Eberhards Gesicht glühte vom Weine und vor Erregung. So schnell schüttete ihm das Schicksal ein Glück in den Schoß, welches andere nur nach jahrelanger Mühe erreichen! — Lejkins kleines, kluges Gesicht war sehr bleich. Er wollte den Ringkämpfer jetzt beschwichtigen, ihn taub, blind und stumm machen... um jeden Preis...
„Achttausend Rubel...,“ sagte Freidank mit ein wenig schwerer Zunge. „Wenn es zehntausend sein könnten, Iwan Iwanowitsch! Ich zahle sie Ihnen zurück... gewiß zahle ich sie Ihnen zurück...“
„Zehntausend Rubel,“ schrieb Lejkin auf das Scheckformular und sprach die Worte, die er schrieb, laut nach. Er, setzte in zierlicher, feiner Kaufmannschrift seinen Namen darunter, riß das gewichtige Blatt aus dem Buche und reichte es dem Athleten.
„Einen Schuldschein —,“ sagte Roland, trotz seinem Rausche, erschüttert durch den Anblick der Geldanweisung, welche ihm Selbständigkeit und vielleicht Ruhm und Reichtum sicherte. „Schreiben Sie mir, Iwan Iwanowitsch, einen Schuldschein in der gesetzlichen Form vor, daß ich meinen Namen darunter setze.“
Der Generaldirektor schrieb den Schuldschein aus, während ein unmerkliches Lächeln um seine Lippen zuckte. Eberhard unterschrieb mit Feierlichkeit und sagte:
„Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Iwan Iwanowitsch! Sie werden sehen, daß...“
„Ach, es ist ein Geschäft, wie jedes andere!“ wehrte der Generaldirektor ab und beschrieb mit der rechten Hand einen weiten, leichten Bogen. „Ich erhalte ja auch das Meinige... ich auch, Roland Alexandrowitsch...“