Er hatte jetzt die ganze Überlegenheit des großen Finanzmannes wiedergefunden, die auf der Überzeugung ruht, daß alles käuflich ist und daß niemand den Willen hat, der gewaltigen Sprache des Goldes zu widersetzen. Therese allein war unter all’ diesen Habgierigen am schwersten zu durchschauen. Denn warum sie mit ihm ging, die bei dem Ringkämpfer kaum etwas entbehrt hatte... das wußte er nicht... Aber sie ging... sie hatte es versprochen... O, diese Diana! —
Chrysée war Gregor Kaufmann, der in ein kleines, zufällig leerstehendes Souperzimmer hineingegangen war, nachgeeilt. Der Ringkämpfer wollte sich gerade lang auf dem Sofa ausstrecken, als er die Frau bemerkte.
„Zum Teufel, was willst du von mir!“ rief er grob und richtete sich mit einer brüsken Bewegung auf, „siehst du nicht, daß ich ein wenig ruhen will?“
„Das ist mir einerlei!“ rief die Tänzerin hitzig. Sie hatte zu viel Champagner getrunken, war berauscht und überlegte nicht mehr, was sie redete. „Du bist schlecht zu mir... du vernachlässigst mich... du läufst andern nach...“
Gregor Kaufmann hob den Kopf und sah das zornige, kleine Geschöpf aus halbgeschlossenen Augen hohnlächelnd an: „Hab’ ich dazu ein Recht, mein Kind, oder nicht?“
Sofort schlug ihre Stimmung um; sie lief zu ihm hin, stürzte ihm zu Füßen und weinte wie ein Kind:
„Ach, liebe mich doch! Gregor Pawlowitsch, liebe mich doch! Ich werde alles ertragen, auch daß du mich betrügst ... Du tust es ja ohnehin... Ich werde dir alles geben, was ich verdiene...“
Sie umschlang seine Kniee mit ihren hübschen, zarten Armen, ihr schmächtiger Körper zitterte vor Leidenschaft und unter heißen Tränen rief sie wild und fast schreiend immer wieder:
„Ach, liebe mich doch, liebe mich doch, Gregor — —!“
„Oh —,“ sagte der Champion kaltblütig und stand auf, „jetzt wird es mir zu bunt, meine liebe Chrysée. Versuche einmal, dich ein halbes Jahr ohne mich zu behelfen. Es wird vorzüglich gehen, tu verras... Du bist mir so entsetzlich langweilig geworden...!“