Fritzi lächelte kindlich: „Wieviel kannst du mir geben, Ebi?“

„... Fünf Mark,“ sagte Freidank nach einem kurzen, heftigen Kampfe mit sich selbst. Er hatte das Geld aus der Tasche reißen, hatte es Fritzi geben wollen; aber dann hatte doch die Anstandspflicht gesiegt, die ihm befahl, das Geld entweder zu dem Zwecke zu gebrauchen, zu dem er es von Immermann erhalten hatte, oder es zurückzugeben.

„... Fünf Mark, Fritzi,“ wiederholte Eberhard. „Aber, wenn es durchaus sein muß, so...“

„Ach Gott, nein!“ sagte das junge Mädchen, indem es drollig die Lippen verzog, „wenn es nicht geht, Ebi.... Gieb mir inzwischen die fünf Mark.... danke.... Sage mir, wann verkaufst du das Theaterstück? Bekommst du sehr viel Geld dafür?“

Der Student besann sich einen Augenblick, trank aus dem dünnen, hohen Bierkelche, blickte auf die Straße hinaus und wieder auf Fritzi hin: er wollte ihr alles mit einem Male sagen, denn er liebte nicht das Versteckenspielen und die halben Erzählungen. Er sagte ihr also in den einfachsten Worten das, was sich heute zugetragen hatte und fragte sie, was sie dazu meinte, wenn er nun in der Zukunft ein Ringkämpfer sein würde. Aber er sagte nur die Tatsachen und verschwieg seine heimliche Angst vor einem Schritte, der ihn für immer aus den Reihen der Werdenden, der akademischen Jugend hinausziehen würde.

Fritzi, die in die Sofaecke gedrückt dagesessen hatte, bog sich vor Erstaunen und Vergnügen weit vor, sie schob ihre Kaffeetasse mit energischer Bewegung fort, legte beide Arme auf den Tisch und fragte leise und fröhlich:

„Das ist wahr? — Ein Ringkämpfer? — So stark bist du?“

„Ich weiß nicht, Fritzi! Ich denke wohl! So stark, — o ja! — Und sonst — sonst hättest du nichts dagegen einzuwenden, gar nichts? — Schließlich ist es doch ein ganz — ganz anderer Beruf...“

„Beruf! Beruf!“ schrie Fritzi entzückt, „ein himmlischer Beruf ist es! — Aber natürlich, Eberhard, du wirst Ringkämpfer! Ist doch ein besserer Beruf als Student?“